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Aktuell Afrika

Alle Geiseln in Nigeria sind tot

Muslimische Extremisten haben in Nigeria die sieben Entführten ermordet. Dies wurde jetzt von europäischen Regierungen bestätigt. Die Islamisten sprechen von Vergeltung für Festnahmen und Tötungen eigener Mitglieder.

Nun ist es grausame Tatsache: Alle sieben ausländischen Geiseln in Nigeria sind ermordet worden. Dies bestätigten die Regierungen in Italien, Griechenland und Großbritannien. "Kaltblütiger Mord", "barbarische und blinde Gewalt" von Terroristen, "untolerierbarer Fanatismus", so verurteilten die Außenministerien die Hinrichtung ihrer Landsleute. Neben einem Italiener, einem Griechen und einem Briten waren Mitte Februar zwei Libanesen und zwei Syrer auf einer Baustelle im Bundesstaat Bauchi gekidnappt und später umgebracht worden.

Das Bekenntnis der islamistischen Extremisten der Gruppe Ansaru zu der Ermordung wurde für glaubwürdig gehalten. Beobachter sprechen von einer weiteren Eskalation des Terrors in dem afrikanischen Land.

Rache für eigene Verluste

Auf ihrer Website hatten die Ansaru-Islamisten erklärt, man habe sich zu den Hinrichtungen gezwungen gesehen - zum einen wegen der Versuche der Regierungen von Großbritannien und Nigeria, die Geiseln mit Gewalt freizubekommen, zum anderen wegen der zunehmenden Zahl von Festnahmen und Tötungen eigener Mitglieder. Auf einem im Internet veröffentlichten Video sollen tote Geiseln zu sehen sein. In Rom und Athen wurden eine militärische Intervention zu einer Befreiung der Entführten oder auch nur Versuche dazu nachdrücklich dementiert.

Ansaru gilt als Ableger der islamistischen Terror-Gruppe Boko Haram. Diese will einen islamischen Gottesstaat im Norden Nigerias einrichten und wird für zahlreiche Anschläge auf Behörden, Polizeieinrichtungen und Kirchen verantwortlich gemacht. Laut Schätzungen töteten die Islamisten seit dem Jahr 2009 etwa 3000 Menschen.

Die nigerianische Armee ging in jüngster Zeit massiv gegen Boko Haram vor. Sie gab an, allein in den vergangenen zehn Tagen 52 Mitglieder der Terrorgruppe getötet zu haben, unter ihnen zehn Anführer. Außerdem seien 70 Boko Haram-Mitglieder festgenommen worden.

jh/wa/sc (afpe, rtr, dpa)