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Sport

Alle gegen Schumacher

Nach über drei Jahren bestreitet Michael Schumacher wieder ein Formel-1-Rennen. Der Rekordchampion geht zum Saisonauftakt in Bahrain für Mercedes an den Start. Um den WM-Titel fahren noch fünf weitere deutsche Piloten.

Michael Schumacher mit rotem Helm im Cockpit des Formel-1-Rennwagens von Mercedes (Foto: AP)

Schumacher im Silberpfeil

Michael Schumacher bei Tesfahrten im Mercedes-Silberpfeil in Valencia (Foto: AP)

Schumacher will im Mercedes seinen achten WM-Titel holen

Der König der Rennfahrer ist wieder da: Michael Schumacher gibt mehr als drei Jahre nach seinem letzten Grand Prix das spektakulärste Comeback der Motorsport-Geschichte. "Endlich geht die Saison los. Ich fühle mich ein bisschen wie ein Kind vor Weihnachten", sagte der 41-Jährige, der in Bahrain sein 251. Formel-1-Rennen bestreiten wird und nichts verlernt haben will. "Alles hat sich normal und gut angefühlt und die Vorfreude ist entsprechend groß", verkündete der 41-Jährige nach seinen Testfahrten im Mercedes-Silberpfeil. Der Rekord-Weltmeister will mit dem neuen Team Mercedes Grand Prix an seine alten Erfolge und die erfolgreiche Ära des deutschen Konzerns in den 50er Jahren anknüpfen. "Mit der Kombination Mercedes, Ross Brawn und meine Erfahrung können wir nur ein Ziel haben, und das ist der Gewinn der Weltmeisterschaft." Die Chancen stehen nicht schlecht, war doch Teamchef Ross Brawn bereits an allen sieben WM-Titeln Schumachers beteiligt: 1994 und 1995 mit Benetton und von 2000 bis 2004 mit Ferrari.

Hülkenberg neu bei Williams

Der deutsche Formel 1 Rennfahrer Nico Hülkenberg vom Team Williams startet auf der Rennstrecke in Valencia zu Testfahrten (Foto: dpa)

Der Neue bei Williams: Nachwuchstalent Hülkenberg

Während Schumacher als lebende Legende an den Start geht, ist der Deutsche Nico Hülkenberg neu im Formel-1-Zirkus. Der 22-Jährige aus Emmerich fährt für das britische Williams-Team und sieht Schumachers Rückkehr eher sachlich. "Es ist bestimmt schön für den Sport und schön für ihn. Ich sehe es eigentlich ziemlich neutral. Für mich ist er wie jeder andere auch ein Gegner auf der Strecke, den ich zu schlagen versuche." Hülkenberg, der wie Schumacher von Manager Willi Weber betreut wird, hat 2009 die Nachwuchsserie GP2 gewonnen und wird schon als der neue "Schumi" gehandelt. Den Kreis der Favoriten zieht Hülkenberg umfangreich. "Man muß Fernando Alonso im Ferrari nennen und die Mercedes-Jungs Nico Rosberg und Michael Schumacher." Auch Red Bull mit Sebastian Vettel und den McLaren-Piloten David Hamilton und Jenson Button räumt Hülkenberg große Chancen ein: "Von daher ist die Konkurrenz in diesem Jahr sehr sehr hoch."

Rosberg voller Selbstvertrauen

Die deutschen Rennfahrer Nico Rosberg (l) und Michael Schumacher bei der Formel-1-Präsentation von Mercedes (Foto: AP)

Wer ist die Mercedes-Team die Nummer 1: Nico Rosberg oder Michael Schumacher?

Nicht nur mit starker Konkurrenz, sondern vor allem mit der Nebenrolle im Mercedes-Werksteam muß Nico Rosberg klar kommen. "Es ist schon ein bisschen schwierig", räumte Rosberg mit Blick auf das mediale Interesse an Schumacher ein. "Ich muss lernen, dass das so ist." Der zweite deutsche Fahrer neben Schumacher will nach seinem Wechsel von Williams dennoch ganz vorne mitmischen. "Vom ersten Moment an habe ich mich super wohl gefühlt und sehr viel Selbstvertrauen in das Auto gehabt", sagte der 24-Jährige nach seinen Testfahrten in Spanien. "Von daher gehe ich mit sehr viel Selbstvertrauen in das erste Rennen." Er wolle eine "super Leistung bringen", betonte Rosberg. Das heißt auch: "Vor meinem Teamkollegen sein." "

Sutil will nicht mehr Ausfallkönig sein

Adrian Sutil, einer der beiden Stammpiloten des Formel 1-Teams Force India (Foto: Force India)

Adrian Sutil für Force India

Auf Mercedes-Motor-Power kann Adrian Sutil setzen. Der Deutsche fährt im vierten Jahr für Force India und will möglichst viele Punkte sammeln. "Wir wollen 2010 dort weitermachen, wo wir letztes Jahr aufgehört haben", kündigte der 27-Jährige an. Seine beste Platzierung war der vierte Platz in Monza. Den guten Leistungen standen aber immer wieder Pleiten gegenüber. Beinahe die Hälfte seiner 52 Rennen beendete Sutil durch Unfälle oder technisch bedingte Ausfälle vorzeitig. "Ich werde versuchen, mich zu verbessern und zu steigern", versprach Sutil. An der Spitze sieht er in diesem Jahr Vizeweltmeister Sebastian Vettel im Red Bull. "Sebastian hat wohl die besten Karten."

Vettel spekuliert auf Titel

Red Bull-Pilot Sebastian Vettel küsst den Siegerpokal nach seinem Triumph in Abu Dhabi (Foto: AP)

2010 soll es für Sebastian Vettel die WM-Trophäe sein.

Sebastian Vettel hat nach seinem zweiten Platz im Vorjahr das klare Ziel "WM-Titel" ausgeben. Dafür muss der Red Bull-Pilot unter anderem Michael Schumacher schlagen. "Ich werde bestimmt nicht rechts blinken und ihn höflich vorbei winken, wenn er mal im Rückspiegel auftaucht", kündigte Vettel an, der jüngster Champion der Formel-1-Geschichte werden könnte. Der 22-Jährige hat bereits fünf Grand-Prix-Siege eingefahren und besitzt einen prominenten Fürsprecher. "Vettel ist mein Tipp für den WM-Titel. Er wird Deutschlands zweiter Weltmeister", urteilte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone. Vettel selbst hält die Ferrari-Piloten Fernando Alonso und Felipe Massa für die klaren Favoriten. "Ich glaube, dass Ferrari die Nase vorne hat. Die sehen sehr stark aus. Und da hinter wird es eng."

Glock startet für Virgin

Der deutsche Formel-1-Pilot Timo Glock von Virgin Racing posiert für die Kamera (Foto: )

Virgin-Pilot Timo Glock

Komplettiert wird das deutsche Formel-1-Sextett durch Timo Glock, der für das neue britische Team Virgin Punkte holen will. Vor einer harten Saison im hinteren Feld hat Glock keine Angst. "Ich weiß ja, worauf ich mich eingelassen habe. Im ersten Jahr wird es natürlich schwierig werden, da werden wir ganz schwer an die Resultate anknüpfen können, die ich im Vorjahr hatte", sagte Glock, der 2009 noch bei Toyota einen dritten Platz in Malaysia sowie einen zweiten Rang in Singapur geholt hatte. Dennoch ist er optimistisch. "Wir gehen ganz neue Wege", sagte der 27-Jährige: "Das Auto stand kein einziges Mal bisher im Windkanal, es wurde komplett am Computer entworfen. Das, glaube ich, ist die Zukunft der Formel 1."

Drei Neue unter zwölf Teams

Blick auf die Formel-1-Strecke in Bahrain (Foto: AP)

Bahrain, Schauplatz des ersten Rennens der neuen Saison

Trotz des Ausstiegs von BMW und Toyota werden in Bahrain zwölf Teams an den Start gehen. Neben Virgin sind auch das in Malaysia finanzierte Lotus-Team sowie Hispania neu dabei. Bei den Spaniern steigt der Brasilianer Bruno Senna, Neffe des 1994 tödlich verunglückten dreimaligen Weltmeisters Ayrton Senna, in die Königsklasse ein. Eigentlich sollten es sogar vier Debütanten sein, doch das amerikanische USF1-Team zog sich kurz vor dem Saisonauftakt wegen finanzieller Probleme zurück. Einschränkungen gibt es bei den Kosten. Das Budget der Teams darf nicht über 100 Millionen Euro betragen. Angeführt wird die Formel 1 erstmals vom Franzosen Jean Todt. Der frühere Ferrari-Teamchef ist Nachfolger von Max Mosley, der 16 Jahren lang Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA war.

25 Punkte für Sieger und Tankverbot

Start beim Formel 1-Rennen zum Großen Preis von Belgien auf der Rennstrecke von Spa-Francorchamps am 30.08.2009. (Foto: dpa)

In diesem Jahr werden sogar zwölf Teams und 24 Fahrer um die beste Startaufstellung kämpfen

Unter Jean Todts Regie hat die FIA einige Regeln geändert, etwa beim Punktesystem. Angesichts des gewachsenen Fahrerfeldes von 20 auf 24 sollen mehr Piloten in den Genuss von Punkten kommen. Der Sieger erhält jetzt 25 anstelle der bisherigen zehn Punkte sowie sieben mehr als der Zweitplatzierte. Bisher betrug die Differenz nur zwei Punkte. Zudem werden die ersten zehn Fahrer belohnt. Außerdem darf während eines Rennens nicht mehr nachgetankt werden. Die Autos erhalten daher größere Tanks, die Teams haben weniger Möglichkeiten in ihrer Rennstrategie. "Das wird eher ein Langstrecken- als ein Sprintrennen wie noch im letzten Jahr", glaubt Adrian Sutil.

Premiere in Südkorea

Grid Girls auf dem Hockenheimring während der fahrerparade (Foto: AP)

Schumi, Vettel und Co. haben Heimrecht in Hockenheim

Auf dem Programm stehen 19 Rennen und damit zwei mehr als im Vorjahr. Neu ist Yeongam in Südkorea, zurück ist Montreal in Kanada. Doch alle Neuerungen stehen im Schatten der Rückkehr Schumachers. Die Ticket-Nachfrage, vor allem für den Großen Preis von Deutschland am 25. Juli in Hockenheim, stieg nach Bekanntwerden des Comebacks deutlich an. Der Kerpener selbst verbreitet trotz schwacher Testzeiten Zuversicht: "Wir waren nicht ganz so schnell wie wir gerne hätten sein wollen und sollen. Es gibt aber dennoch keine Gründe, warum wir nicht auch dieses Jahr um die Meisterschaft mitreden werden."

Autor: Arnulf Boettcher
Redaktion: Joachim Falkenhagen

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