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Nordafrika

Algeriens Präsident erkrankt: Merkel verschiebt Staatsbesuch

Die algerische Regierung hat den geplanten Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel kurzfristig abgesagt. Präsident Abdelaziz Bouteflika sei erkrankt. Der Besuch soll nun nachgeholt werden.

In der Erklärung aus Algier hieß es, der 79-jährige Präsident stehe "vorübergehend" nicht für ein Treffen zur Verfügung. Er leide an einer "akuten Bronchitis". Der seit 1999 amtierende Präsident gilt allerdings seit längerem als gesundheitlich angeschlagen. In den vergangenen Jahren trat er kaum mehr öffentlich auf und verließ nur noch selten das Haus.

Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte, die algerische Regierung habe kurzfristig um eine Verschiebung gebeten: "Die Bundeskanzlerin ist dem Wunsch nachgekommen", sagte Seibert. Merkel wollte am Nachmittag zu dem zweitägigen Besuch in Algerien aufbrechen.

In Algier wollte sie am Abend mit Ministerpräsident Abdelmalek Sellal unter anderem über Migrationspolitik und die Sicherheitslage in Nordafrika sprechen. Das Treffen der Kanzlerin mit Bouteflika war für Dienstag geplant.

Die Kanzlerin wollte außerdem Vertreter der algerischen Zivilgesellschaft treffen und eine Mädchenschule besuchen, an der Deutsch unterrichtet wird. Am Dienstag sollte sie gemeinsam mit Sellal die sechste Deutsch-Algerische Gemischte Wirtschaftskommission eröffnen.

Magreb-Staaten: Europas Stütze in Flüchtlingskrise

Die Staaten in Nordafrika nehmen aus Sicht der Bundesregierung eine zentrale Rolle in dem Bemühen ein, die Flüchtlingsbewegungen nach Europa einzudämmen. Im Oktober hatte Merkel bereits Niger und Mali einen Besuch abgestattet. Die beiden Länder sind bedeutende Transitstaaten für Flüchtlinge, zehntausende Migranten durchqueren sie jährlich Richtung Norden.

Die politisch schwachen Regierungen in Mali, Niger und dem am Mittelmeer liegenden Libyen haben Probleme ihre Landesgrenzen und das Territorium ihrer Staaten zu kontrollieren. Nicht so Algerien, das an alle drei Transitländer angrenzt: Der Maghreb-Staat gilt für die Bundesregierung und EU als wichtiger Partner im Kampf gegen Schleuser und Dschihadisten sowie die Bemühungen um Stabilität und Sicherheit in der Region.

myk/pab (dpa, AFP)