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Aktuell Europa

Aktivierung von Atomwaffen war denkbar

Während des Krim-Konflikts vor einem Jahr war Russland kurz davor, seine Atomwaffen in Gefechtsbereitschaft zu versetzen. Im Fall eines westlichen Militärangriffs wäre man dazu bereit gewesen, so Präsident Putin.

Es sei zunächst nicht klar gewesen, wie die Welt auf die Übernahme der Krim reagieren würde, erklärt Russlands Staatschef Wladimir Putin. In der ersten Zeit habe er vor diesem Hintergrund "direkte Befehle" an die Streitkräfte erteilen müssen. Auf die Frage nach dem möglichen Einsatz von Kernwaffen sagte Putin dem Bericht zufolge: "Wir waren dazu bereit."

Die Äußerungen Putins wurden am Sonntagabend im Sender "Rossia 1" schriftlich gezeigt, vor der Ausstrahlung eines Dokumentarfilms zur Annexion der Krim durch Russland. Der Präsident ist seit dem 5. März nicht mehr in der Öffentlichkeit oder live im Fernsehen aufgetaucht. Das Präsidialamt hat Spekulationen über eine Erkrankung Putins zurückgewiesen.

"Krim ist historisches Gebiet Russlands"

Die russischen Streitkräfte hatten laut Putin damals auf der Krim Raketenabwehrsysteme vom Typ "Bastion" positioniert, die im Falle eines Angriffs durch ein US-Kriegsschiff im Schwarzen Meer einsatzbereit gewesen wären. Es sei es unklar gewesen, ob der Westen militärisch in den Konflikt eingreifen würde.

Er habe die Haltung Moskaus, wonach die Krim "historisches Gebiet" Russlands sei und dort Russen lebten, seinen westlichen Kollegen mitgeteilt, sagte Putin weiter. "Das war eine ehrliche und offene Haltung. Und ich glaube, niemand wollte einen Weltkrieg auslösen."

Nach dem Sturz der damaligen Regierung in Kiew hatte am 27. Februar 2014 ein prorussisches Kommando die Kontrolle über das Regionalparlament der Schwarzmeerhalbinsel übernommen. Am 16. März wurde dann auf der Krim ein Referendum abgehalten, in dem sich die überwiegende Mehrheit der Bewohner für einen Anschluss an Russland aussprach. Daraufhin annektierte Moskau das Gebiet.

"Soldaten verhinderten Blutbad"

In der Fernsehsendung wurde Putin mit den Worten zitiert, die Entsendung russischer Soldaten habe auf der Krim ein "Blutbad" verhindert. "Wir waren gezwungen, Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass die Bewohner der Krim ihren Willen frei ausdrücken können", sagte der russische Staatschef.

Russland habe seine "militärische Präsenz auf der Krim erhöhen" müssen, damit die Soldaten "günstige Bedingungen für ein Referendum ohne Blutvergießen schaffen konnten". Er sei sich sicher, dass sich ohne dieses Vorgehen "ein ähnliches Szenario abgespielt" hätte "wie heute im Donbass". Dort wurden bei Kämpfen zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Soldaten seit April 2014 fast 6000 Menschen getötet.

gri/ml (afp, rtr)