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Politik

Afghanistan-Konferenz ringt um Detailfragen

"The Show must go on": Mit diesen Worten kommentierte der Sprecher der Vereinten Nationen, Ahmad Fawzi, die Nachricht, dass der zweite Mann der Delegation der "Vereinten Front", Abdul Kadir, den Petersberg verlassen hat.

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UN-Sprecher Ahmad Fawzi

Offenbar habe es Meinungsverschiedenheiten zwischen Abdul Kadir und anderen Mitgliedern seiner Delegation gegeben. Außerdem sei der paschtunische Führer der Ostprovinz Afghanistans anscheinend verstimmt darüber gewesen, dass die Paschtunen nicht ausreichend berücksichtigt werden bei den Verhandlungen auf dem Petersberg. Die Abreise des
verstimmten Delegierten bedeute aber nicht, dass die Verhandlungen gefährdet seien. Selbst die Rolle Abdul Kadirs in der Zukunft Afghanistans sei dadurch nicht in Frage gestellt.

Am Vormittag des vierten Tages (30. November) der
Afghanistan-Konferenz habe man eine Bestandsaufnahme zwischen dem UN-Beauftragten für Afghanistan, Lakhdar Brahimi, und den vier Delegationen auf dem Petersberg gemacht. Man wolle erneut überprüfen, ob man weitere Fortschritte gemacht habe. Ahmad Fawzi war weiterhin nicht bereit, sich auf einen Terminkalender für die Konferenz festzulegen. Man konnte aber zwischen den Zeilen heraushören, dass er – wie auch andere Teilnehmer der Konferenz – davon ausgeht, dass die Verhandlungen bis
Samstag zu einem Abschluss gebracht werden können. Fawzi fügte jedoch hinzu: Wenn sich Samstag herausstelle, dass noch ein Tag nötig sei, dann werde das sicher auch ermöglicht werden.

Im Mittelpunkt der bisherigen Verhandlungen stand die Frage der Zusammensetzung der Interims-Verwaltung und des Übergangsrates. Sicherheitsfragen seien nicht im Detail diskutiert worden. Aber schon bei der Frage der Personalien gebe es ausreichende Probleme. Immerhin aber sei man sich einig, dass eine neue Regierung gebildet werden müsse. Es sei aber noch offen, aus welchen Personen diese sich zusammensetzt. Beobachter der Konferenz sind der Meinung, dass es sich hier in erster Linie um Technokraten handeln wird, deren Hauptaufgabe ein erster Wiederaufbau der wichtigsten Infrastruktur sein wird. Gleichzeitig aber verweist der UN-Sprecher darauf, dass die Mitglieder der beiden geplanten Körperschaften auch nach einem ausgewogenen Schlüssel zwischen den wichtigsten Volksgruppen des Landes verteilt werden.

Sprecher der "Zypern-Gruppe" hatten zuvor bestätigt, dass man sich einer Einigung nähere. Auch sie meinten, dass man wahrscheinlich am Samstag Klarheit haben werde. Auch sie waren der Meinung, dass Abdul Kadirs Abreise den Fortgang der Konferenz nicht gefährde. Er habe versichert, dass er den Geist der Konferenz unterstütze und die Beschlüsse der Konferenz akzeptieren werde. Die Gruppe bestätigte, was auch von anderen Sprechern erklärt wird: Alle
Delegationen seien sich einig über die Notwendigkeit, eine neue Regierung zu bilden und Vorbereitungen für eine staatliche Neu-Organisation Afghanistans zu treffen. Bisher aber hat man sich in den Details nicht endgültig auf Kompromissformeln einigen können.

Wie UN-Sprecher Ahmad Fawzi zu definieren versucht: Man ist sich näher gekommen, aber man ist sich nicht einig, wie weit.

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  • Datum 01.12.2001
  • Autorin/Autor Peter Philipp
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1Qfl
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