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Kultur

Affen am Klavier - Darwin und die Kunst

Darwins Buch "Über die Entstehung der Arten" hat so ziemlich alles verändert und dazu auch viele Maler inspiriert. Wie, das zeigt eine Ausstellung in der Frankfurter "Schirn".

Mehrere Affen auf Gemälde

Modellsitzen für die Kunst

Die einen ließen sich von Darwin zu großartigen Bildern beflügeln, die anderen machten ihrem Widerwillen gegen die neuen naturwissenschaftlichen Ideen mit bitterbösen Karikaturen in den illustrierten Zeitschriften Luft. In jedem Falle, so Kunsthallendirektor Max Hollein, war es die visuelle Kultur, die die Auswirkungen von Darwins Theorien transportierte. "Die Reaktion auf die Verbreitung des Darwinismus innerhalb der Kunst fand aber bis heute relativ wenig Beachtung. Unsere Ausstellung möchte diese Lücke schließen."

Schöne Tiere

Dass Kunst und Wissenschaft damals zusammenrückten, demonstriert beispielsweise ein Kabinett inmitten der Ausstellung: Vitrinen voll mit Totenköpfen, Knochen, Steinen, prähistorischem Werkzeug, Masken, seltsamen Kultfiguren und Tierpräparaten - die Studierstube von Gabriel von Max, Maler, Kunstprofessor und passionierter Sammler. Affen haben ihn besonders fasziniert. Eine ganze Herde davon beherbergte er zeitweise in seinem Sommerhaus, beobachtete und malte die Tiere, sezierte sie, wenn sie gestorben waren. Seine Bilder in der Frankfurter Ausstellung sind verstörend: Sie zeigen die Affen in menschlichen Rollen - am Klavier, lesend, als Theatertruppe, als Kunstrichter vor einem Gemälde.

Bild von Martin Johnson Heade, es zeigt rote Passionsblumen und Kolibris (Foto: Museum of Fine Arts, Boston)

Martin Johnson Heade: Passionsblumen und Kolibris

Künstler im Urwald

Viele Künstler haben, angeregt von Darwins Forschungsreise mit der "Beagle", selbst Reisen in entlegene Weltgegenden unternommen und sich dort inspirieren lassen. Der Amerikaner Martin Johnson Heade zum Beispiel, seine wunderschönen Urwaldbilder sind eine Wiederentdeckung; Ernst Haeckel, Wissenschaftler und begnadeter Zeichner zugleich, bereiste den Mittelmeerraum. Er gilt als ein Wegbereiter der Evolutionstheorie in Deutschland. Andere Künstler - wie Alfred Kubin, Odilon Redon oder Max Ernst - zeigen das Unheimliche, Verwüstung, Verfall und den Kampf ums Überleben.

Eine Welt der Mischwesen

Ein Motiv aber haben sie fast alle verwendet, erläutert Kuratorin Pamela Kort: "Viele der Arbeiten, die wir hier ausstellen, zeigen Hybride, Mischwesen. Sie thematisieren Metamorphosen, absterbende Dinge, Dinge, die aufhören zu sein."

Die Ausstellung in der Frankfurter Schirn führt also in viele Richtungen: in beängstigende Abgründe ebenso wie in die Urgeschichte der Menschheit oder auf Pfade durch leuchtend bunte Urwälder. Sie kann daher auch als eine anregende Reise in das Universum Darwin bezeichnet werden.

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