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Nahost

Abzug aus Falludscha

Die US-Armee im Irak hat überraschend mit dem Abzug aus der umkämpften Stadt Falludscha begonnen. Die Luftangriffe auf die Widerstandshochburg wurden allerdings zunächst fortgesetzt.

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US-Soldaten an einem Kontrollpunkt

Nach fast vier Wochen wollen die US-Truppen im Irak die Belagerung der umkämpften Stadt Falludscha aufheben. Es sei eine vorläufige Einigung erzielt worden, wonach die Marineinfanteristen in und um Falludscha abgezogen werden sollen, teilten die US-Streitkräfte am Donnerstag (29.4.2004) mit. Künftig sollten irakische Sicherheitskräfte für Ordnung sorgen. Am Abend kam es allerdings zu neuen Kämpfen zwischen US-Soldaten und Aufständischen. Explosionen und Schüsse waren aus dem Norden der Stadt zu hören. Kampfflugzeuge kreisten über dem Viertel Dscholan.

Flüchtlinge bei Falludscha

Flüchtlinge bei Falludscha

In den südlichen Stadtteilen bereiteten sich die Marineinfanteristen bereits auf ihren Rückzug vor. Nach und nach sollen irakische Sicherheitskräfte die Stellungen übernehmen, wie Oberstleutnant Brennan Byrne erklärte. Der bislang unbekannten "Falludscha-Schutzarmee" sollen nach seinen Worten 1100 irakische Soldaten angehören. Sie soll von einem Ex-General aus der aufgelösten Streitmacht Saddam Husseins befehligt werden und den US-Streitkräften unterstehen. Das US-Verteidigungsministerium erklärte allerdings, es könne noch keine Einigung bestätigen.

Starker internationaler Druck

Die Rückzugspläne der Amerikaner folgen starkem internationalen Druck. Den US-Angriffen in Falludscha und Kämpfen mit Aufständischen fielen in den vergangenen Wochen nach Krankenhausangaben hunderte Iraker zum Opfer. Kritisiert wurden die Angriffe auch von UN-Generalsekretär Kofi Annan: "Gewaltsame Militäraktionen einer Besatzungsmacht gegen Bewohner eines besetzten Landes machen die Lage nur schlimmer", sagte er in New York.

Die US-Streitkräfte schicken unterdessen zusätzliche Panzer in den Irak, um den militärischen Druck auf die Widerstandskämpfer zu verstärken. In der Einschätzung der Irak-Politik ist die amerikanische Öffentlichkeit in zwei etwa gleich große Teile gespalten. Die militärische Intervention an Euphrat und Tigris halten noch 47 Prozent für richtig, wie aus Umfrage-Ergebnissen des Fernsehsenders CBS und der Zeitung "New York Times" hervorgeht. 46 Prozent waren hingegen der Ansicht, die USA hätten sich vom Irak fern halten sollen.

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