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Kultur

Abschied von Helmut Schmidt

Als Kanzler der Bundesrepublik Deutschland hängt sein Bild in der Ahnengalerie des Kanzleramtes. Helmut Schmidt war auch ein großer Freund der Kultur. Mit einem Staatsakt wurde er in Hamburg zu Grabe getragen.

1800 Gäste gaben dem Altbundeskanzler in der Hamburger Hauptkirche Sankt Michaelis das letzte Geleit. Der Sarg des Verstorbenen war vor dem Altar aufgebahrt, bedeckt von der schwarz-rot-goldenen Flagge mit Bundesadler, davor ein großer Kranz mit den Worten: "Wer soll uns jetzt die Welt erklären?"

Helmut Schmidt war in den letzten zwei Jahrzehnten eine moralische Instanz für viele Deutsche geworden. "Wir haben einen Giganten verloren", sagt Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz. "Gemeinsam mit Helmut Schmidt haben wir erlebt, wie aus lebensklugem politischem Pragmatismus scheinbar unbegrenzte moralische Autorität erwachsen kann."

Unter den Gästen fanden sich am Montag (23.11.2015) zahlreiche Politiker aus dem In- und Ausland ein, um sich von dem am 10. November verstorbenen Altbundeskanzler zu verabschieden; darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Joachim Gauck, Bundestagspräsident Norbert Lammert und Frankreichs Ex-Präsident Valérie Giscard d'Estaing. Der Publizist und frühere US-Außenminister Henry Kissinger hielt eine bewegende Trauerrede für seinen Freund Helmut Schmidt und nannte ihn "eine Art Weltgewissen". Die Spuren, die er hinterlasse, seien tief, so Kissinger: "Aus der Achtung für den Bundeskanzler wurde der Respekt für den Publizisten, wurde die Verehrung eines Jahrhundertzeugen und elder statesman, wurde schließlich die Zuneigung zu einem Mann, der bis ins hohe Alter mit klarem Verstand brillierte, geschliffen formulierte und mit seinen gepflegten Leidenschaften trotzdem nahbar wirkte."

Nach dem Staatsakt gab es einen langen Trauerzug durch die Stadt, bei dem die Hamburger Bürger Schmidt die letzte Ehre erweisen konnten.

suc/hm (epd, dpa)

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