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Aktuell Nahost

Abadi lehnt neue US-Truppen gegen den IS ab

Harsche Töne vom irakischen Ministerpräsidenten: Er stellt sich gegen den Einsatz von US-Spezialeinheiten. Schiitische Milizen drohen mit Angriffen. Verschärft sich die Situation im Irak durch das Angebot aus Washington?

Jeder Militäreinsatz und jede Stationierung ausländischer Truppen im Irak - "ob Spezialkräfte oder sonstige" - benötigten die Zustimmung der irakischen Regierung und müssten mit ihr abgesprochen werden. Das betonte Ministerpräsident Haider al-Abadi (Artikelbild) mit Blick auf das Vorhaben Washingtons, Spezialkräfte in den Irak zu entsenden, um das Land gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu stärken.

"Kampf wieder aufnehmen"

Zuvor hatten mächtige schiitische Milizen angekündigt, den Kampf gegen die US-Truppen aufnehmen zu wollen. "Wir haben früher gegen sie gekämpft und wir sind bereit, den Kampf wieder aufzunehmen", sagte ein Sprecher der Gruppe Kata'ib Hisbollah. Ähnlich äußerten sich die vom Iran unterstützte Badr-Organisation und die Gruppe Asaib Ahl al-Hak. Die Milizen kämpfen an der Seite der irakischen Armee gegen den IS. Ihre Kämpfer sind für ein brutales Vorgehen gegenüber sunnitischen Zivilisten bekannt.

Verteidigungsminister Ashton Carter hatte bei einer Anhörung im US-Repräsentantenhaus am Dienstag angekündigt, US-Elitesoldaten würden in den Irak verlegt. Sie sollten der dortigen Armee und den kurdischen Peschmerga-Verbänden bei der Bekämpfung der IS-Miliz zur Seite zu stehen. "Diese Spezialkräfte werden mit der Zeit in der Lage sein, Kommandoaktionen auszuführen, Geiseln zu befreien, Geheimdiensterkenntnisse zu sammeln und IS-Anführer gefangen zu nehmen", erläuterte er. Mit ihren "einzigartigen Fähigkeiten" seien US-Elitesoldaten in der Lage, die Schlagkraft von verbündeten Einheiten vor Ort zu vervielfachen

Irakische Soldaten mit einer irakischen Flagge (Foto: AFP/Getty Images)

Irakische Soldaten versuchen die Kontrolle über vom IS besetzte Gebiete zurückzuerlangen

Elite-Einsatz auch in Syrien

Die im Irak stationierten Einheiten könnten laut Carter auch in Syrien aktiv werden. Zugleich denke die US-Regierung über die Entsendung weiterer Spezialkräfte in das Nachbarland nach. "Wo wir weitere Möglichkeiten finden, derartige Fähigkeiten einzusetzen, sind wir bereit, sie auszuweiten", betonte der Chef des Pentagon. US-Präsident Barack Obama hatte im Oktober bereits die Entsendung von bis zu 50 Elitesoldaten nach Syrien angeordnet.

Die USA fliegen gemeinsam mit Verbündeten Luftangriffe auf IS-Stellungen, seit die Dschihadistengruppe im Sommer vergangenen Jahres im Irak und in Syrien ein Kalifat ausgerufen hat. Für den Kampf am Boden setzt Washington auf die irakischen Streitkräfte und kurdische Verbände.

nin/sc (afp, rtr)