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Aktuell Welt

Obama: Der IS ist unser gemeinsamer Feind

Eindringlich hat US-Präsident Obama seinen türkischen Kollegen Erdogan ermahnt, den Disput mit dem Kreml über den abgeschossenen russischen Kampfjet zu beenden. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" sei der wahre Feind.

Barack Obama hat Russland und die Türkei aufgefordert, am Abbau ihrer Spannungen zu arbeiten. Nach einem Gespräch mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan am Rande des UN-Klimagipfels in Paris machte der US-Präsident deutlich: "Wir haben einen gemeinsamen Feind. Das ist der IS. Und ich will sicher sein, dass wir uns auf diese Bedrohung konzentrieren."

Erdogan will IS-Bekämpfung vorantreiben

Erdogan versicherte, seine Regierung werde besonnen auf die von Russland angekündigten Sanktionen reagieren. Die Türkei sei zudem entschlossen, den Kampf gegen den IS voranzutreiben. Regierungschef Ahmet Davutoglu regte zuvor die Einrichtung eines roten Telefons zwischen Ankara und Moskau an, um vergleichbare Zwischenfälle künftig zu vermeiden.

Der Kreml hatte zuletzt den Ton nochmals verschärft und darauf verwiesen, er verfüge über neue Beweise, wonach Rohöl aus dem Gebiet der IS-Dschihadisten durch die Türkei fließe. Russlands Präsident Wladimir Putin beschuldigt die Türkei, den Kampfbomber im syrisch-türkischen Grenzgebiet bewusst abgeschossen zu haben, um Öltransporte des IS nicht zu gefährden.

US-Außenminister Kerry (r.) versichert dem türkischen Ressortchef Cavusoglu in Brüssel nochmals die Solidarität der NATO (Foto: rtr)

US-Außenminister Kerry (r.) versichert dem türkischen Ressortchef Cavusoglu in Brüssel erneut die Solidarität der NATO

NATO stärkt Luftabwehr der Türkei

Obama verwies nochmals auf das Recht der Türkei, sich und ihren Luftraum zu schützen. Die NATO will deshalb auch einer Aufforderung ihres Bündnispartners nachkommen und die türkische Luftabwehr stärker unterstützen. Im Rahmen eines bilateralen Abkommens haben die USA bereits Abfangjäger auf den türkischen NATO-Stützpunkt Incirlik verlegt. Auch Großbritannien will entsprechende Jets in die Region entsenden.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärte zum Auftakt eines zweitägigen Treffens der Außenminister der Allianz in Brüssel, er erwarte, dass weitere Alliierte Zusagen machten. Eine Entscheidung über konkrete Maßnahmen werde binnen Wochen fallen. Stoltenberg betonte zugleich, die Stärkung der türkischen Flugabwehr habe nichts mit dem Abschuss der russischen Maschine zu tun. Die entsprechenden Planungen seien älter.

Eigentlich hatten die USA und Deutschland vorgehabt, ihre militärische Unterstützung für Ankara zurückzufahren. Im Sommer leiteten beide Länder den Abzug ihrer Patriot-Raketenabwehrsysteme aus der Türkei ein. Derzeit ist dort noch eine Patriot-Batterie der Spanier einsatzbereit.

se/rb (afpe, ape, rtr, dpa)

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