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Asien

A380-Notlandung beunruhigt Luftfahrtbranche

Ein australischer Riesen-Airbus mit 459 Menschen an Bord ist nach Problemen am Triebwerk in Singapur notgelandet. Verletzt wurde dabei niemand. Die Fluggesellschaft Qantas stoppte vorerst alle Flüge ihrer A-380-Flotte.

Defektes Triebwerk eines A 380 wird mit Löschwasser bespritzt (Foto: AP)

Flug QF32 der Fluggesellschaft Qantas war am Donnerstagmorgen (04.11.2010) um 09.56 Uhr (Ortszeit) in Singapur Richtung Sydney gestartet. Über den indonesischen Batam-Inseln meldete der Airbus A380 dann Probleme mit dem Triebwerk. Eines der vier Triebwerke war ausgefallen. Das größte Passagierflugzeug der Welt aus der Flotte der australischen Fluglinie Qantas hatte 433 Passagiere und 26 Besatzungsmitglieder an Bord.

Trümmerteile auf Batam

Indonesische Polizisten stellen Trümmerteile des Triebwerks mit rotem Qantas-Logo sicher (Foto: AP)

Auf Batam wurden die Trümmerteile gefunden

Noor Kanwa lebt auf der Insel Batam und berichtete, dass er eine laute Explosion am Himmel gehört habe. Dann seien Metallteile herabgestürzt. Gefunden wurden die Wrackteile des äußeren der beiden linken Triebwerke in einem Industriegebiet. Ein indonesischer Fernsehsender zeigte Bilder der am Boden liegenden Metallteile, auf denen ein Teil des rot-weißen Qantas-Symbols zu sehen war. Die Ursachen für den Triebwerkschaden sind noch nicht klar. Passagiere berichten, dass sie fünf Minuten nach dem Start einen plötzlichen Knall von links gehört hätten. "Ich sah dort dann Teile aus dem Flügel brechen", sagte der deutsche Fluggast Ulf Waschbusch. Es sei wie im Film gewesen, ganz surreal, nur, dass man nicht im Kino sitzt und einen Horrorfilm anschaut, beschreibt Waschbusch die Situation.

Unmittelbar nach dem Vorfall entschieden sich die Piloten zur Rückkehr nach Singapur, wo der Riesenflieger sicher landen konnte. "Wie in diesen Fällen üblich hat der Pilot sich um eine schnelle Landeerlaubnis für die Rückkehr nach Singapur bemüht", teilte die Fluggesellschaft mit. Nach Angaben der indonesischen Flugsicherheitsbehörde ließ die Maschine vor der Notlandung über Indonesien Flugbenzin ab.

Keine Verletzten

Passagiere verlassen über eine Treppe einen A 380(Foto: AP)

Unversehrt konnten Passagiere und Besatzung den Riesen-Airbus verlassen

Während zahlreiche Feuerwehrwagen nach der Landung zum Flugzeug fuhren, konnten Passagiere und Crew das Flugzeug unverletzt verlassen. "Das Flugzeug ist ohne Zwischenfälle am Changi-Flughafen gelandet, und kein Passagier oder Besatzungsmitglied ist verletzt", erklärte das australische Außenministerium.

Der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Alan Joyce, erklärte, nach dem Zwischenfall würden alle sechs Airbus A380 bis zur Klärung vorläufig am Boden bleiben. Qantas machte keine Angaben zur genauen Ursache des Triebwerkausfalls. "Das ist wahrscheinlich der schwerwiegendste Zwischenfall mit einem A380 seit dem Beginn der Inbetriebnahme für den kommerziellen Verkehr", sagte Flugfahrtexperte Tom Ballantyne.

Ermittlungen gestartet

Der A 380 steht auf dem Flugfeld des Flughafens von Singapur (Foto: AP)

Vorerst bleibt die Qantas-Flotte am Boden

Nach dem schweren Zwischenfall werden Ermittler aus Frankreich und Großbritannien die Untersuchungen begleiten, die von der australischen Luftfahrtbehörde geleitet werden. Da der Notfall über Indonesien passiert sei, würden auch Ermittler dieses Landes daran beteiligt werden. Airbus sagte am Donnerstag zu, alle diese Arbeiten aktiv zu unterstützen.

Der Airbus A380 ist das größte Passagierflugzeug der Welt. Als erste Fluggesellschaft stellte Singapore Airlines die Maschine vor gut drei Jahren, im Oktober 2007, in den Dienst. Der Jungfernflug ging von Singapur nach Sydney. Die deutsche Lufthansa erhielt ihren ersten Super-Jumbo im Frühsommer dieses Jahres. Die A380-Maschinen der Lufthansa sind mit den gleichen Trent-900-Triebwerken des Herstellers Rolls-Royce ausgestattet, die auch bei den Quantas-Fliegern im Einsatz sind. Jetzt werde der Triebwerkhersteller kontaktiert und geprüft, was die Ursachen für die Panne sein könnten, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Das Unternehmen plane aber weiter den normalen Flugbetrieb mit dem Flieger.

Autorin: Marion Linnenbrink (afp, dpa, rtr)
Redaktion: Martin Muno

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