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Haiti

600.000 Kinder in Haiti in Not

Ein Monat nach dem verheerenden Wirbelsturm "Matthew" bekommen vor allem Kinder die Folgen der Katastrophe zu spüren. Viele seien hungrig, krank oder obdachlos, so UNICEF.

Haiti Cholera-Epidemie (picture alliance/Photoshot/Xinhua/UNICEF)

Kinder werden in einem Notfallzelt gegen Cholera behandelt

Ein Monat nach Hurrikan "Matthew" fordert UNICEF mehr Hilfe für Kinder in Haiti. Rund 600.000 Jungen und Mädchen seien in dem Karibikstaat von Krankheiten, Hunger und Mangelernährung bedroht, teilte das deutsche Komitee des UN-Kinderhilfswerkes in Köln mit. "Das Leben der Kinder ist weit davon entfernt, wieder normal zu sein. Viele Kinder sind immer noch obdachlos, leiden Hunger und können nicht zur Schule gehen", sagte der Leiter von UNICEF Haiti, Marc Vincent.

Der Hurrikan war Anfang Oktober auf Haiti getroffen und hatte dort schwere Schäden angerichtet. Nach bisherigen Erkenntnissen starben 546 Menschen, mehr als 175.000 wurden obdachlos.

Hurricane Matthew Haiti (picture-alliance/dpa/O.Barria)

Kinder suchen Schutz vor dem Regen in Jereme, Haiti

1000 Kinder mit Cholera infiziert 

Cholera hat sich in Folge der Verwüstung rapide ausgebreitet. Die Situation ist alarmierend, beurteilen Hilfsorganisationen die Lage: Haiti steht womöglich eine Epidemie bevor, täglich werden steigende Infektionen gemeldet. Grund dafür ist, dass rund die Hälfte der Bevölkerung derzeit keinen Zugang zu sauberes Wasser hat. In den vergangenen vier Wochen wurden allein 1000 Kinder mit Choleraerkrankungen registriert worden. Zudem wurden Ernten und Nahrungsmittelvorräte zerstört, insgesamt über 800.000 Menschen sind daher auf sofortige Nahrungsmittelhilfe angewiesen. UNICEF schätzt, dass davon alleine 112.000 Kinder akut von Mangelernährung bedroht sind.

21 Millionen Euro Spenden werden bis zum Ende des Jahres benötigt

Rund 50.000 Kinder lebten überdies derzeit in Notunterkünften, hieß es. Mehr als 700 Schulen sind von der Naturkatastrophe getroffen. Von den übrig gebliebenen fungieren 86 Schulen derzeit als Notunterkünfte, so dass 150.000 Kinder keinen Unterricht mehr besuchen könnten. Das Kinderhilfswerk ruft daher zu Spenden auf: Für die Hilfsmaßnahmen werden den Angaben zufolge bis Ende des Jahres knapp 21 Millionen Euro benötigt. Bislang stehen dem Kinderhilfswerk davon erst 5,4 Millionen Euro zur Verfügung.

mar/uh (epd/kna/dpa)

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