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Politik

30 Millionen Dollar an einem Abend

Mehrere hundert Millionen Dollar wird der US-Präsidentschafts-Wahlkampf 2004 voraussichtlich kosten. In den vergangenen Jahren sind die Gelder zum größten Teil aus Spenden geflossen. Doch damit soll nun Schluss sein.

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Woher stammt das Geld für den US-Wahlkampf?


Zum Rennen um das hohe Amt gehört für die amerikanischen Präsidentschafts-Kandidaten auch das Geld-Eintreiben. Denn die Wahlkämpfe kosten viel Geld. Sie werden wie eine wochenlange Gala inszeniert, sie sollen Optimismus verbreiten und dem Volk gute Laune machen. Das Rennen um das Amt macht am Schluss, wer die beste Show geboten hat.

In der Vergangenheit konnten große Unternehmen den politischen Parteien Schecks über Hunderttausende von Dollar überweisen. Doch schon immer haben Gegner dieser Art der Wahlkampffinanzierung kritisiert, dass die Wirtschaft dadurch zu viel Einfluss auf die Politik ausübe und die Kandidaten zu Polit-Marionetten der großen Firmen würden.

Vor zwei Jahren wurden Millionenspenden der Firma Enron an die republikanische Partei bekannt. Daraufhin verabschiedete die amerikanische Administration im vergangenen Jahr schließlich ein Gesetz zur Reform der Wahlkampffinanzierung. Seither sind die großen Schecks der Unternehmen verboten.

Tricks beim Spendensammeln

Erlaubt ist nun, dass jeder einzelne eine Spende von max. 2000 Dollar direkt an einen Kandidaten und rund 25.000 Dollar pro Jahr an die Partei überweisen darf. Doch längst haben die Kandidaten Mittel und Wege gefunden, um an noch mehr Geld zu kommen.

So findet das Spenden-Sammeln mehr und mehr indirekt statt. Die Kandidaten sammeln nicht mehr unter ihrem eigenen Namen, sondern sie lassen sammeln. Nach wie vor erlaubt und durchaus lukrativ sind sogenannte fundraising-dinners, Abendessen, bei denen schon mal 30 Millionen Dollar an einem Abend zusammenkommen können. Finanzkräftige Gruppen, die einen bestimmten Kandidaten unterstützen wollen, laden zu einer Abendveranstaltung ein, bei der der Präsidentschaftskandidat zu Gast ist. Die Einladung allein kostet einige Tausend Dollar. Darüber hinaus wird erwartet, dass sich jeder Gast anschließend noch mit einem großzügigen Scheck für das Abendessen bedankt.

Externe Hilfe von Interessensverbänden

Außerdem beauftragen die Kandidaten professionell organisierte Gruppen zum Gelder-Sammeln. Um die Gesetze zu umgehen, treiben die Gruppen das Geld ein, wobei der Name des Kandidaten offiziell nicht erscheint. Seit Monaten schon sprechen sie per e-mail und übers Telefon die einzelnen Wähler an und bitten um finanzielle Unterstützung.

Schließlich unterstützen noch bestimmte Interessensgruppen einen jeweiligen Kandidaten, und zwar ebenfalls auf einem indirekten Weg. Die Gegner der Abtreibung zum Beispiel sammeln Geld, das sie nicht an die Partei überweisen, damit aber Fernsehspots finanzieren. In den Kampagnen fordern sie das Verbot der Abtreibung, und mobilisieren auf diese Weise die Wähler zur Unterstützung eines bestimmten Kandidaten.

Trotz Gesetzesänderung wird auch in diesem Jahr den Amerikanern die große Show im Rennen um das Präsidenten-Amt geboten werden.

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