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Politik

Startschuss in Iowa

In Iowa beginnt der Wettlauf um das Amt des US-Präsidenten. Beim "Caucus" bestimmt die Demokratische Partei die ersten Delegierten für den entscheidenden Wahlparteitag. Doch das Verfahren bevorzugt bestimmte Staaten.

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Demokraten-Kandidat Howard Dean gibt sich siegesgewiss

Die endgültigen Präsidentschaftskandidaten der Demokratischen und Republikanischen Partei werden von einem Wahlparteitag im Sommer 2004 gekürt. Die Parteitagsdelegierten, die sich auf einen bestimmten Kandidaten festgelegt haben, werden zuvor in einer Serie von Vorwahlen bestimmt, die am Montag (19.1.2004) in Iowa beginnen. In diesem Jahr müssen sich nur die Demokraten unter acht Bewerbern entscheiden. Präsident George W. Bush geht in seiner Republikanischen Partei konkurrenzlos ins Rennen.

Iowa mit seinen Vorwahlen und New Hampshire eine Woche später bilden traditionell den Auftakt der Kandidatenkür. Das hat historische Gründe. In diesen kleinen und überschaubaren Staaten ist den Kandidaten ein besonders direkter und intensiver Wahlkampf möglich. Auf diese Weise sollen sich die Wähler einen besonders gründlichen Eindruck von den häufig noch ziemlich unbekannten Kandidaten verschaffen.

Iowa und New Hampshire im Fokus

Sechs US-Bundesstaaten wählen ihre Parteitagsdelegierten durch einen so genannnten "Caucus". Alle anderen Staaten halten Vorwahlen ab, die geheim sind und vom Charakter eher einer Testwahl gleichen. Beim "Caucus" im Bundesstaat Iowa müssen die Anhänger der Demokratischen Partei ihre Präferenz für einen Kandidaten auf fast 2000 Bezirksversammlungen offen zum Ausdruck bringen. Die Versammlungen finden je nach Größe in öffentlichen Sälen oder auch in Privathäusern statt. Nur wer sich als Parteigänger der Demokraten identifiziert hat oder Mitglied ist, sollte abstimmen.

Die Wahl vollzieht sich nach dem Verhältniswahlrecht. Die Versammlungsteilnehmer geben ihre Stimme einer Schar örtlicher Delegierter, die sich zuvor auf einen der Kandidaten festgelegt haben. Wer für einen Kandidaten gestimmt hat, der weniger als 15 Prozent der örtlichen Versammlungsstimmen erhält, darf ein zweites Mal abstimmen und einen stärkeren Bewerber wählen.

Kopf-an-Kopf-Rennen

Aufgrund dieser komplizierten Auszählmethode sind Prognosen über den Ausgang der Abstimmung sehr schwierig. Für Montag (19.1.2004) zeichnet sich eine Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Howard Dean, dem früheren Gouverneur von Vermont, dem Senator für Massachusetts, John Kerry, sowie den Kongressmitgliedern John Edwards aus North Carolina und Dick Gephardt aus Missouri ab.

Obwohl wahrscheinlich kaum mehr Bürger in Iowa ihre Stimme abgeben werden, als zu einem großen Football-Wettstreit gehen - die Schätzungen belaufen sich auf 100.000 - haben die Kandidaten Monate lang in tausenden von lokalen Wahlversammlungen für sich geworben. Die meisten von ihnen haben alle 99 Bezirke des Agrarstaates besucht, auf unzähligen Stadtversammlungen Hände geschüttelt und die Fragen der Wähler beantwortet.

Im Zeichen der Massenmedien und des Geldes

Doch auch diese speziell amerikanische Form der Basisdemokratie steht immer mehr im Zeichen der Massenmedien und des Geldes. Rund zehn Millionen Dollar haben die demokratischen Kandidaten allein in Iowa für Fernseh- und Radiospots ausgegeben. Befürworter des "Caucus"-Systems schwärmen von einer besonders direkten Form der Demokratie. Kritiker bemängeln, dass Kleinstaaten wie Iowa oder New Hampshire ein überproportional großes Gewicht in der amerikanischen Politik zukommt. Denn wer in Iowa und eine Woche später in New Hampshire gewinnt, hat die beste Startposition für die nächsten Vorwahlen in den bevölkerungsreicheren Staaten des Südens und Mittleren Westens.

Obwohl sich die Vorwahlen bis kurz vor dem Wahlparteitag hinstrecken, ist in der Regel spätestens im März alles entschieden. Dann nämlich, wenn rund 30 Prozent der Delegiertenstimmen vergeben sind und sich die Partei-Elite hinter den betreffenden Kandidaten stellt. Die Staaten, die bis dahin noch nicht gewählt haben, haben das Nachsehen.

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