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Kunst

2017: Kunstjahr der Superlative

So etwas gibt es nur alle zehn Jahre: Die documenta in Kassel, die Kunstbiennale in Venedig, die Skulptur Projekte Münster und die Art Basel finden 2017 fast zeitgleich statt. Wir sorgen für den Überblick.

Es verspricht ein Superjahr zu werden. Mit allen Mega-Ausstellungen, die dazu gehören. Pflichttermin Nummer eins beim Ausstellungshopping ist in diesem Jahr Athen. Am 8. April fällt die Kunstwelt in die neue Zweigstelle der documenta ein. Der Pole Adam Szymczyk, künstlerischer Leiter der 14. documenta, bezieht die krisengebeutelte Metropole in das Programm der Weltkunstschau ein. Zum ersten Mal in ihrer 60-jährigen Geschichte eröffnet die documenta, die bedeutendste Kunstausstellung der Welt, damit nicht in Kassel, sondern in einer anderen Stadt. Ab dem 08.04. heißt es: "Von Athen lernen". Szymczyk begründete seine Entscheidung damit, dass es Zeit für einen Blickwechsel und für eine völlige Transformation der documenta durch einen Ortswechsel sei.

Athen und Kassel sind die Ausstellungorte der Documenta

Ab dem 10. Juni werden rund 650.000 Kunstfreunde in dem hessische Städtchen Kassel an der Fulda erwartet. Alle fünf Jahre findet dort die documenta statt - die Kunstwerke sind über die gesamte Stadt verteilt. Das Besondere 2017: Nur zweieinhalb Zugstunden von Kassel entfernt verwandeln die 5. Skulpturen Projekte die Stadt Münster, die nur alle zehn Jahre gezeigt werden, zeitgleich in ein Freilichtmuseum. Trotzdem haben sie es geschafft, von der internationalen Kunstwelt fast genauso beachtet zu werden wie die documenta. 35 Künstler aus aller Welt kommen in das beschauliche Münster, um mit ihren Skulpturen den öffentlichen Raum neu zu gestalten.

Weiterer Höhepunkt: Venedigs Kunstbiennale

Auch eine Reise nach Italien gehört in diesen ausstellungsreichen Kunstsommer. Venedig lädt zur 57. Biennale der Bildenden Kunst. Der Hauptschauplatz sind die Giardini, wo sich 28 Länder in ihren nationalen Pavillons präsentieren. Die Frankfurter Künstlerin Anne Imhof vertritt 2017 Deutschland.

Kunstinteressierte, die zur Biennale wollen, reisen oft über die Schweiz an: Dort ist die Art Basel seit 47 Jahren ein altbewährter Höhepunkt im Juni. Sie ist nicht nur die traditionsreichste, sondern auch die weltweit größte und bedeutendste Kunstmesse, bei der teure Gemälde oder Skulpturen den Besitzer wechseln. Die "New York Times" nennt die Art Basel deshalb wohl nicht zu unrecht "Olympics of the Art World". 

In Istanbul soll im September trotz der politisch angespannten Lage die Istanbul Biennale stattfinden. Die dänisch-norwegischen Künstler-Kuratoren Ingar Dragset und Michael Elmgreen wollen jetzt erst recht festhalten an der alle zwei Jahre stattfindenden Ausstellung. Nachdem die Türkei das EU-Kulturpgrogramm "Kreatives Europa" gestrichen hat, erhält die Kunstszene ab 2017 keine Fördergelder der EU mehr.  

Wer Angst hat, in diesem Ausstellungsdickicht den Überblick zu verlieren, der kann die "Grand Tour 2017" buchen. Unter dem Etikett haben sich die großen Institutionen des Kunstsommers zusammengeschlossen. Sie bieten den Kunstpilgern ein Reiseangebot zu allen Hot Spots mit Sorglos-Garantie an.

 

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