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Sport

13. Wettkampftag: Deutsche Bilanz = 3 x Bronze + 1 Dopingfall

Langstreckenschwimmer Lurz, Speerwerferin Obergföll und die Fußballfrauen bessern deutsche Medaillenbilanz auf. Erstmals nach 80 Jahren ohne Olympiamedaille und mit einem gedopten Pferd erleben Springreiter ein Debakel.

Langstreckenschwimmer Thomas Lurz zeigt stolz seine Bronzemedaille. Quelle: ap

Stolz auf Bronze: Thomas Lurz

"Es hat einfach ein Quäntchen gefehlt", sagte Lurz nach dem Rennen, "aber ich freue mich tierisch über die Medaille." Im Schluss-Spurt nach 10 Kilometern musste sich der sechsmalige Weltmeister dem Niederländer Maarten van der Weijden und dem Briten David Davis knapp geschlagen geben. Zwei Sekunden fehlten Lurz zur Goldmedaille. Für den 27 Jahre alten Olympiasieger aus den Niederlanden erfüllte sich ein Traum. Bei van der Weijden war 2001 Leukämie diagnostiziert worden. Der Kampf gegen den Krebs bestimmte fortan sein Leben. Zwei Jahre später gab er sein Comeback. Er schwamm wieder Wettkämpfe und sammelte Geld für die Krebsforschung. Seine Internet-Seite hat er mit "Maarten van der Weijden, Weltmeister und Krebs-Überlebender" überschrieben.

Dritte Bronzemedaille in Folge

Torjubel Fatmire Bajramaj

Sorgte für beide Tore: Fatmire Bajramaj

Mit einem "Doppelpack" hat Fatmire Bajramaj Deutschlands Fußball-Frauen vor einer Blamage bewahrt und zum dritten Mal nacheinander die Bronzemedaille bei Olympischen Spielen beschert. Die Mittelfeldspielerin vom FCR Duisburg avancierte beim 2:0 (0:0)-Sieg gegen Japan im Spiel um Platz drei mit ihren beiden Treffern in der 69. und 87. Minute zur umjubelten Matchwinnerin der keinesfalls überzeugenden DFB-Auswahl. Im Mittelfeld konnte Regisseurin Renate Lingor im letzten ihrer Karriere keine Impulse geben, im Angriff stand Birgit Prinz allein auf weiter Flur und mühte sich oft vergeblich. Null Torschüsse lautete die peinliche Halbzeit-Bilanz. Und auch nach dem Wechsel blieben die ganz in blau gekleideten Japanerinnen zunächst am Drücker. Erst die Einwechslung von Bajramaj brachte den ersehnten Torerfolg und den Sieg im kleinen Finale.

Obergföll holte erste Medaille für den DLV

Speerwerferin Christina Obergföll schreit mit offenem Mund bei einem ihrer Versuche

Mit Urschrei zu Bronze: Christina Obergföll

Speerwerferin Christina Obergföll hat ihren Europarekord verloren, aber die Bronzemedaille gewonnen. Mit 66,13 Metern musste sie sich der Russin Maria Abakumowa (70,78 Meter) und der Tschechin Barbora Spotakova geschlagen geben, die erst im letzten Versuch die Führung übernahm und mit 71,42 Metern einen neuen Europarekord aufstellte. Olga Kaniskina wurde im Dauerregen von Peking überlegen Olympiasiegerin im 20 Kilometer Gehen. Die Weltmeisterin hatte im Ziel anderthalb Minuten Vorsprung vor der Norwegerin Kjersti Platzer. Bronze ging an die Italienerin Elisa Rigaudo. Sabine Zimmer wurde als beste Deutsche Fünfzehnte. Melanie Seeger, die in Athen noch Fünfte geworden war, landete auf dem 23. Platz. "Die Russin kommt aus einer Trainingsgruppe, wo die Hälfte gedopt ist.", beklagte sich Seeger angesichts der Siegerzeit. Von Chancengleichheit könne keine Rede sein. "Da können wir trainieren so viel wir wollen."

Arthur Abele beim Kugelstoßen

Arthur Abele musste verletzt aufgeben

Veronica Campbell-Brown hat ihren Olympiasieg von Athen über 200 Meter wiederholt und ein weiteres Sprintgold für Jamaika gewonnen. Über 400 Meter setzte sich LaShawn Merritt aus den USA gegen seinen Teamkollegen und Topfavoriten Jeremy Wariner durch. Der kubanische Weltrekordler Dayron Robles wurde der Favoritenrolle, die ihm nach dem Aus von Liu Xiang über 110 Meter Hürden zugefallen war, gerecht und gewann Gold. Im Dreisprung siegte der Portugiese Nelson Evora. Die deutschen Zehnkämpfer legten einen guten ersten Tag hin. Andre Niklaus liegt nach fünf Disziplinen auf Platz 16, Michael Schrader auf Platz 8. Arthur Abele gab vor dem abschließenden 400 Meter Lauf verletzt auf. Sicher ins Finale sprang Hochspringerin Ariane Friedrich. Außerdem schafften über 4 x 100 Meter sowohl die deutsche Frauen- als auch die Herren-Staffel den Finaleinzug.

Hockeyherren stehen im Finale

deutsche Hockeyspieler umarmen sich

Jubel nach überstandenem Siebenmeterschießen

Was den Damen verwehrt blieb, haben die Herren geschafft. In einem dramatischen Halbfinale besiegten sie die Mannschaft der Niederlande erst im Siebenmeter-Schießen mit 4:3. Held des Tages war Torhüter Max Weinhold, der drei Siebenmeter parieren konnte. Spät in der zweiten Halbzeit waren die Niederlande nach einer Strafecke durch Timme Hoyng in Führung gegangen. Zwei Minuten später rutschte Philipp Zeller in einen hart geschlagenen Pass hinein und konnte ausgleichen. Im Finale wartet auf die Deutschen nun Erzrivale Spanien, der sich gegen Olympiasieger Australien mit 3:2 durchsetzte.

Unschlagbares Beachvolleyball-Team

Kerri Walsh und Misty May-Treanor aus den USA halten sich bei der Siegerehrung des Beachvolleyball-Turniers an den Händen und stecken die Köpfe zusammen. Quelle: ap

Seit Jahren unschlagbar: Misty May-Treanor und Kerri Walsh

Kerri Walsh und Misty May-Treanor haben

Olympia-Geschichte geschrieben. Als erstem Beachvolleyball-Team gelang es den beiden US-Amerikanerinnen, zwei Mal hintereinander Gold zu gewinnen. Die Olympiasiegerinnen von 2004 und Weltmeisterinnen von 2003, 2005 und 2007 setzten sich im Finale gegen die Chinesinnen Tian Jia und Wang Jie mit 2:0-Sätzen durch. Für Walsh und May-Treanor war es der 108. Sieg in Serie. Bronze gewannen die Chinesinnen Xue Chen und Zhang Xi. Die beiden deutschen Teams Stephanie Pohl/Okka Rau und Sarah Goller/Laura Ludwig waren im Achtelfinale ausgeschieden.

Boll und Ovtcharov im Tischtennis-Achtelfinale gescheitert

Timo Boll streckt sich einem Ball seines Gegners. Quelle: ap

Frühes Aus für Timo Boll

Für Timo Boll ist das olympische Tischtennis-Turnier unerwartet früh vorbei. Der an Nummer fünf gesetzte Europameister verlor am Donnerstag im Achtelfinale mit 1:4-Sätzen gegen Oh Sang Eun aus Südkorea und schied als letzter deutscher Spieler ohne die erhoffte zweite Medaille in Peking aus. Fünf Tage nach dem Gewinn der Silbermedaille mit der deutschen Mannschaft konnte der 27 Jahre alte Linkshänder seine Normalform nicht abrufen. Beim 9:11, 4:11, 9:11, 11:8, 3:11 war der deutsche Ausnahmespieler dem Weltranglisten-15. unerwartet deutlich unterlegen. Vor Boll mussten bereits seine Düsseldorfer Clubkollegen Dimitrij Ovtcharov und Christian Süß ihre Schläger einpacken. Der 19-jährige Ovcharov verlor 1:4 im Achtelfinale gegen Ko Lai Chak (Hongkong), Süß unterlag in der dritten Runde mit 0:4 gegen den früheren Europameister Wladimir Samsonow aus Weißrussland.

Deutsches Pferd bei Dopingkontrolle positiv getestet

Christian Ahlmann springt beim olympischen Reitturnier mit seinem Wallach Cöster über ein Hindernis. Quelle: ap

Chili auf der Haut: Christian Ahlmanns Wallach Cöster

Schock für Deutschlands Springreiter: Christian Ahlmann durfte nicht beim Einzelwettbewerb in Hongkong starten. Sein Wallach Cöster wurde bei einer Medikationskontrolle positiv auf die verbotene Substanz Capsaicin getestet. Nach Angaben des Tierarztes der deutschen Mannschaft, Björn Nolting, ist Capsaicin ein Extrakt der Chilischote, der, auf die Haut gestrichen, durchblutungsfördernd wirkt. Mit der gleichen Substanz wurde auch Camiro, das Pferd des Norwegers Tony Andre Hansen, positiv getestet. Die norwegische Equipe könnte bei einer Bestätigung des Resultats durch die B-Probe ihre in Hongkong errittene Mannschafts-Bronzemedaille an die Schweiz verlieren. Positiv fielen zudem der Ire Denis Lynch mit Lantinus und Bernhard Alves aus Brasilien mit Chupa Chup auf. Alle vier Reiter wurden suspendiert. Das Einzelspringen verlief für die deutschen Reiter wenig erfolgreich. Meredith Michaels-Beerbaum verpasste im Stechen als Vierte die Bronzemedaille. Olympiasieger wurde der Kanadier Eric Lamaze auf Hickstead.

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