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Reise

100 Jahre Jugendherbergen

Was mit einer Idee in einer gewittrigen Sommernacht im Jahr 1909 begann, hat zu mehr als zehn Millionen Übernachtungen pro Jahr geführt. Die Jugendherbergen in Deutschland feiern in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen.

Burg Altena in Nordrhein-Westfalen, die älteste Jugendherberge der Welt (dpa)

Burg Altena in Nordrhein-Westfalen, die älteste Jugendherberge der Welt

Der Burghof in Altena. Das Schild weist auf das Gründungsjahr des DJH-Mutterhauses hin

Der Burghof in Altena. Das Schild weist auf das Gründungsjahr des DJH-Mutterhauses hin

Im Sommer 1909 unternahm Richard Schirrmann (1874-1961), Lehrer im sauerländischen Altena, mit seinen Schülern eine mehrtägige Wandertour. Als sich in der zweiten Nacht ein Gewitter zusammenbraute, fanden sie in einer leer stehenden Dorfschule Unterschlupf. "Das Unwetter tobte während der ganzen Nacht mit Blitz und Donnerschlag, mit Sturm und Wolkenbruch und Hagelprasseln, als wenn die Welt untergehen sollte", notierte Schirrmann, hellwach in dieser denkwürdigen Nacht.

Deutscher Exportschlager

Plötzlich überfiel ihn der Gedanke: Jeder "wanderwichtige Ort in Tagesmarschabständen" müsste neben Schule und Turnhalle auch "eine gastliche Jugendherberge zur Einkehr für die wanderfrohe Jugend" haben. Eine weltumspannende Idee war geboren. Deren 100. Geburtstag feiert das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) in diesem Jahr mit einem großen Jubiläumsprogramm. Auftakt und Höhepunkt ist der offizielle Festakt am 27. Februar 2009 in Berlin.

Die Jugendherberge in Bacharach

Die Jugendherberge in Bacharach

Inzwischen hat sich der Geistesblitz der Gewitternacht des 26. August 1909 zum deutschen Exportschlager gemausert. Vom Erfolg zeugen nicht nur die 556 Jugendherbergen von Sylt bis Garmisch, in deren 75.412 Betten jährlich über vier Millionen Gäste nächtigen. Allein 2007 kam das DJH auf über zehn Millionen Übernachtungen, Tendenz steigend. Mehr noch: In 80 Ländern weltweit hat sich inzwischen ein Netzwerk von 4000 Unterkünften nach deutschem Vorbild entwickelt. Der Preis für Übernachtung mit Frühstück liegt im Bundesdurchschnitt bei 16 Euro.

Familienzimmer statt Schlafsaal

Typisches Jugendherbergszimmer, hier in Köln Deutz

Typisches Jugendherbergszimmer, hier in Köln Deutz

Vorbei die Zeiten, als Jugendherberge oft für kratzige Wolldecken, quietschende Stockwerkbetten und verzuckerten Pfefferminztee stand. Die Jugendherberge von heute gibt sich modern und weltoffen, bewegungs- und bildungsbewusst, nachhaltig und behindertengerecht: Informationen über das Kultur- und Freizeitprogramm der jeweiligen Stadt sind ebenso selbstverständlich wie eigene Sport- und Bildungsangebote. Und statt des muffigen 30-Betten-Schlafsaals mit Massenwaschraum ist das schmucke Familienzimmer, Bad inklusive, auf dem Vormarsch.

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