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Bildung

Überraschender Sieger: die Universität zu Köln

Köln ist weder so beschaulich wie Heidelberg noch so renommiert wie München. Die Mieten sind hoch, der Wohnraum ist knapp. Doch die Studierenden strömen zu Tausenden an die Exzellenzuniversität am Rhein.

Mit geübtem Griff fasst der junge Wissenschaftler, der Mundschutz und Laborkleidung trägt, die kleine Maus an ihrem Schwanz. Vorsichtig trägt er sie kopfüber zu einem großen Wasserbottich und lässt sie dann behutsam los. Mit schnellen Bewegungen rudert das kleine Tier drauflos, auf der Suche nach Halt. Den findet es schließlich auch auf einer kleinen Metallinsel mitten im Wasser. Wie schnell gelingt es der Maus, sich im Wasserbecken zu orientieren und die unter der Wasseroberfläche versteckte Ausruhplattform zu finden? Das ist abhängig davon, wie alt sie ist, ob sie gesund ist und wie viel Übung sie hat.

Vorzeigeprojekt CECAD

Maus im Wasser Foto: @dw

Maus im Test

Mit dieser kleinen Filmsequenz stellt die Forschungsgruppe CECAD der Universität Köln ihre Arbeit im Internet vor. CECAD steht für "Cellular Stress Responses in Aging-Associated Diseases", einem der großen Vorzeigeprojekte der Kölner Universität, das sich mit alters-assoziierten Krankheiten beschäftigt. Mit ihrem Mäuseschwimmversuch möchten die Wissenschaftler mehr über die Alterungsprozesse auch im menschlichen Körper erfahren. Das könnte später einmal dabei helfen, Therapien für altersbedingte Krankheiten zu entwickeln.

Der Wettbewerb bringt gut 110 Millionen Euro zusätzlich nach Köln

Das Geld für die Arbeit der Altersforscher kommt aus dem Topf des Exzellenz-Wettbewerbs. Die Kölner Universität ist seit 2012 eine von elf Exzellenzuniversitäten in Deutschland, die von Bund und Ländern gefördert werden. Der Titel bringt den Kölnern gut 110 Millionen Euro zusätzlich an den Campus, verteilt auf fünf Jahre. Geld, das nicht nur den CECAD-Wissenschaftlern zugute kommt, sondern auch einem weiteren großen Forschungscluster für nachhaltige Pflanzenproduktion und zwei Graduiertenschulen, zum einen im Bereich der Philosophischen Fakultät und zum anderen im Bereich Physik und Astronomie.

Als in den vergangenen Jahren Universitäten in München, Karlsruhe, Berlin oder Heidelberg das Rennen im bundesweiten Exzellenz-Wettbewerb machten, war das keine große Überraschung für die Wissenschaftswelt. Doch mit den Kölnern hatten viele nicht gerechnet. Mit mehr als 40.000 Studierenden zählt sie zu den Massenuniversitäten in Deutschland. Vor allem in Fächer wie Medizin, Rechts- und Betriebswissenschaften, aber auch in die Lehrämter drängen die Studierenden. Köln bildet die meisten Studentinnen und Studenten im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen aus.

Keine klassische Traditionsuniversität wie Heidelberg oder Tübingen

Junge Menschen genießen ) am Aachener Weiher in Köln die Sonne. Foto: Rolf Vennenbernd dpa

Rund um die Uni laden Wiesen zum Entspannen ein

Vor mehr als 600 Jahren wurde die Universität in Köln gegründet, im Jahr 1388. Nach Prag, Wien und Heidelberg war Köln damit die vierte Universitätsgründung im spätmittelalterlichen Deutschen Reich. Doch anders als das beschauliche Heidelberg etwa ist Köln keine klassische deutsche Traditionsuniversität. Die Mieten sind hoch, der Wohnraum ist rar, und das alte Stadtbild wurde zu großen Teilen im Zweiten Weltkrieg zerstört. Dennoch strömen die Studierenden in Scharen in die Domstadt am Rhein.

Im Sommer wird draußen gefeiert

Wenn man sie fragt warum, erklären viele das mit der Atmosphäre der Stadt, in der man mit anderen schnell ins Gespräch komme. Rund um die Universität, im Kölner Südwesten, bevölkern junge Menschen die Straßen, Plätze und Wiesen. Im Sommer wird bis in die Nacht hinein auch draußen gefeiert, getrunken und gegrillt. Und wer an einem kalten Februartag mit der U- oder S-Bahn zur Vorlesung fährt, sitzt vielleicht neben einem Cowboy, Piraten oder Bären. Denn Köln ist eine der Karnevalshochburgen in Deutschland, und rund um das Fest herrscht Ausnahmezustand.

Zwölf Prozent der Kölner Studenten kommen aus dem Ausland

Labor des CECAD Köln, Foto: CECAD Köln (zur Verfügung gestellt von der CECAD Pressestelle)

Im Labor des CECAD

Etwa zwölf Prozent der Studenten und sechs Prozent ihrer Professorinnen und Professoren stammen aus dem Ausland. Seitens der Hochschule ist das ausdrücklich erwünscht. Deshalb wirbt sie auf ihren Internetseiten auch damit, dass ihr "Welcome Center" für ausländische Studierende und Wissenschaftler im Jahr 2008 in einem bundesweiten Wettbewerb den 4. Platz belegt hat.

Diese Internationalität spiegelt sich auch in der CECAD-Forschergruppe. Im Team des Exzellenzclusters arbeiten 400 internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen, eng vernetzt mit außeruniversitären Forschern und interdisziplinär. Fünf Jahre lang untersuchen sie gemeinsam die Alterungsprozesse von Zellen. Künftig soll ihr Standort in Zusammenarbeit mit der Max-Planck-Gesellschaft dann zum europaweit einzigartigen Zentrum für Altersforschung ausgebaut werden.

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