Почему переполнены немецкие вузы | Главная | DW | 10.01.2013
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Почему переполнены немецкие вузы

В Германии установлен рекорд по количеству абитуриентов. Немецкие вузы переполнены, всего в них обучаются 2,5 миллиона студентов. По числу первокурсников-иностранцев на второе место, уступив только Китаю, вышла Россия.

Смотреть видео 03:07

Йоханна Клант изучает экономику в берлинском Университете имени Гумбольдта. На лекциях и семинарах лучше не отвлекаться. В этой аудитории почти триста пятьдесят студентов. Они боятся пропустить хоть слово профессора, который сегодня рассказывает о рынке ценных бумаг и начислении процентов. Ведь возможности переспросить преподавателя у них нет. В конце семестра по этому предмету придется сдавать экзамен, но Йоханна каждый раз покидает аудиторию до окончания лекции. Иначе она останется без места на следующем занятии.

0:20

СИНХРОН

Йоханна Клант

студентка Университета им. Гумбольдта, Берлин

СОКРАЩЕНО

"Есть лекции, на которые просто невозможно пробиться. Приходится сидеть на полу или искать где-то стул. А мне хочется нормально писать конспект за столом".


"Es gibt Vorlesungen, die sind sehr voll und dann kriegt man keinen Platz mehr un d muss auf den Boden sitzen oder sich noch einen Stuhl holen und ich habe lieber einen Platz mit Tisch und ich lese mir das hier lieber zu Hause durch als etwas zu verpassen beim Tutorium."

0:44

Впрочем, Йоханна была к этому готова: ей хотелось учиться именно в Берлине. О других, нестоличных университетах, она и слышать не желала.

1:08

СИНХРОН

Йоханна Клант

студентка Университета им. Гумбольдта, Берлин

"Не-е-е-т, мне даже в голову не приходило туда поступать. Для меня главное - бурная студенческая жизнь в большом красивом городе".


"Nee, das habe ich nicht erwogen, mir ist das Studentenleben extrem wichtig und darauf wollte ich nicht verzichten - ich wollte gerne in einer sehr schönen Stadt studieren."

1:15

Всего в ста километрах к востоку от Берлина ситуация совсем. Университет Виадрина во Франкфурте-на-Одере. Здесь учится Андреас Фортиш - он тоже изучает экономику. По сравнению с Берлином восточногерманский Франкфурт - скучная провинция. Студенты приезжают сюда потому, что в этот университет довольно легко записаться и здесь больше возможностей для общения с преподавателями, чем в крупных городах.

1:48

СИНХРОН

Андреас Фортиш

студент университета Виадрина, Франкфурт-на-Одере


"Это явное преимущество. Здесь внимание уделяется всем, преподаватели общаются с каждым лично, и ты не теряешься в массе себе подобных".


"Definitiv ist das ein Vorteil, auf jeden wird Rücksicht genommen, man geht nicht unter in der Masse - es wird schon noch auf jeden gekuckt."

1:56- 2:03

Однако сегодня аудитории переполнены и в университете Виадрина. Чуть более двадцати лет назад, когда университет только основали, в нем учились две тысячи человек. Сегодня студентов втрое больше. Как и Андреас Фортиш, многие приезжают во Франкфурт-на-Одере, руководствуясь принципом "лучше меньше, да лучше". Всего в вузах Германии учатся два с половиной миллиона студентов. И даже в университете Виадрина работы у преподавателей прибавилось.

2:35

СИНХРОН

Свен Хусман

проректор университета Виадрина, Франкфурт-на-Одере

"Есть разница, проверять вдвоем четыреста экзаменационных работ или восемьсот. На это уходит шесть недель, а там уже и новый семестр начинается. Это еще терпимо, но больше - уже некуда".


"Sie sehen, dass der Hörsaal voll ist, ich weiß wieviele Leute ich betreue zur Zeit und ich weiß was der Bundesdurchschnitt ist und ich spüre was für eine Arbeitsbelastung das ist. Wenn sie 400 Klausuren korrigieren mit zwei Leuten, dann geht das, wenn ich 800 korrigieren soll, dann bin ich sechs Wochen beschäftigt damit, dann kommt schon das nächste Semester. also man merkt ja an der Arbeitsbelastung, dass das noch verträglich ist, aber mehr nicht mehr geht."

2:58

Университет имени Гумбольдта в Берлине переполнен: в нем тридцать восемь тысяч учащихся. Новая университетская библиотека считается украшением кампуса. Но и в ней места не хватает. Особенно перед сессией накаляется борьба за книги и свободные стулья.

3:17

СИНХРОН

Йоханна Клант

студентка Университета им. Гумбольдта, Берлин

"Чтобы найти место в библиотеке, нужно приходить очень рано утром. Иначе это просто нереально".


"Während der Prüfungsphase ist es praktisch unmöglich, dann muss man morgens ganz früh hier sein, damit man einen Platz hat für den Tag."

3:25

В полдень аудитории пустеют, а столовых не протолкнуться. Только здесь ежедневно студенты съедают больше четырех тысяч порций. Всего университетских столовых в Берлине двадцать две. Одной лишь пищей духовной сто шестьдесят тысяч студентов четырнадцати столичных вузов не прокормишь. И несмотря на трудности абитуриенты продолжают штурмовать Берлин.

Johanna Klant muss ganz genau aufpassen. die 20 jährige studiert im ersten Semester Volkswirtschaftslehre an der Humboldt Universität in Berlin - Neben Johanna versuchen knapp 350 Studenten den Ausführungen des Professors zu Zinsberechnung und Renten zu folgen. Am Ende des Semesters müssen sie alle die Prüfung bestehen - trotzdem verlässt Johanna jede Woche die Vorlesung 15 Minuten früher - um sich in der nächsten Veranstaltung einen Platz zu sichern :

0:20

+++SOT Johanna Klant, Studentin Humboldt-Universität Berlin

"Es gibt Vorlesungen, die sind sehr voll und dann kriegt man keinen Platz mehr un d muss auf den Boden sitzen oder sich noch einen Stuhl holen und ich habe lieber einen Platz mit Tisch und ich lese mir das hier lieber zu Hause durch als etwas zu verpassen beim Tutorium."+++

0:44

Das Tutorium, wo Johanna hin will, soll eigentlich die Vorlesung verständlich machen, die sie eben früher verlassen hat. Im kleinen Rahmen sollen Fragen möglich sein. Doch bei mehr als 100 Studenten in einem viel zu kleinem Raum, bleibt das auf der Strecke. Johanna nimmt all das in Kauf - sie wollte unbedingt in Berlin studieren - andere Universitäten in kleineren Städten - für sie keine Option:

1:08 +++SOT Johanna Klant, Studentin Humboldt-Universität Berlin

"Nee, das habe ich nicht erwogen, mir ist das Studentenleben extrem wichtig und darauf wollte ich nicht verzichten - ich wollte gerne in einer sehr schönen Stadt studieren."+++

1:15

Nur etwa 100 Kilometer weiter ötlich ist die Situation ganz anders. Die Viadrina-Universität in Frankfurt an der Oder. Hier studiert Andreas Vortisch - ebenfalls Volkswirtschaftslehre. Die meisten der Studenten sind hier, weil die Uni etwas bietet, was an den traditionellen Standorten kaum noch vorhanden ist: Platz. So können Andreas und seine Kommilitonen ganz in Ruhe die Grundlagen der Finanzmathematik lernen - und sogar noch Fragen stellen:

1:48 Andreas Vortisch, 22, Student Viadrina-Universität Frankfurt Oder

"Definitiv ist das ein Vorteil, auf jeden wird Rücksicht genommen, man geht nicht unter

in der Masse - es wird schon noch auf jeden gekuckt."

1:56- 2:03 Diana Lippstein, 20 Studentin Viadrina-Universität Frankfurt Oder

"Dadurch, dass wir so wenige sind haben die auch für jeden Zeit, Antworten schnell, erklären alles nochmal, das ist auf jeden ein Vorteil."+++

Volle Hörsäle gibt es inzwischen aber auch an der Viadrina. Vor zwanzig Jahren wurde die Universität gegründet - mit gerade mal 2000 Studierenden. Wie Andreas Vortisch kommen viele nach Frankfurt, weil die Universität als klein aber fein gilt. 2 einhalb Millionen Studenten gibt es heute in Deutschland, das geht auch an dieser kleinen Uni nicht vorbei - inzwischen studieren in Frankfurt 6000 Studenten. Und auch an der Viadrina stoßen die Dozenten so langsam an ihre Grenzen.

2:35

Sven Husmann, Vizepräsident, Viadrian Universität Frankfurt Oder

"Sie sehen, dass der Hörsaal voll ist, ich weiß wieviele Leute ich betreue zur Zeit und ich weiß was der Bundesdurchschnitt ist und ich spüre was für eine Arbeitsbelastung das ist. Wenn sie 400 Klausuren korrigieren mit zwei Leuten, dann geht das, wenn ich 800 korrigieren soll, dann bin ich sechs Wochen beschäftigt damit, dann kommt schon das nächste Semester. also man merkt ja an der Arbeitsbelastung, dass das noch verträglich ist, aber mehr nicht mehr geht."+++

2:58

Die altehrwürdige Humboldt Universität in Berlin hat ihre Grenzen schon lange erreicht - mit etwa 38tausend Studenten. Die neue Bibliothek ist zwar ein Schmuckstück - doch auch hier wird es schnell eng. Vor allem wenn Prüfungen und Klausuren anstehen, beginnt der Kampf um Bücher und Plätze:

3:17

Johanna Klant, 20, Studentin Humboldt-Universität Berlin

"Während der Prüfungsphase ist es praktisch unmöglich, dann muss man morgens ganz früh hier sein, damit man einen Platz hat für den Tag."+++

3:25

Gegen Mittag werden die Hörsäle in leerer - und die Mensen voll. Über viertausend Essen serviert alleine die Mensa-Nord jeden Tag - 22 Mensen gibt es in Berlin. Über 160tausend Studenten an den 14 Berliner Hochschulen wollen ernährt werden. Und immer mehr Studenten wollen in die Hauptstadt:

3:45 +++SOT Voxpop

"Ich bin nach Berlin gewechselt, als Theologie-Student hätte ich nicht damit gerechnet, dass es doch alles relativ überlaufen ist, ich habe verschiedene Fächer noch angeschaut und gemerkt: es ist oft überlaufen, die Hörsäle sind proppenvoll, teilweise finden die Leute keine Sitzplätze mehr."

4:00 Voxpop

"Man merkt, dass vor allem die Professoren und Dozenten sehr angespannt sind, oft nicht viel zeit haben für einen und sehr stark unter Stress stehen weil sie wahrscheinlich soviel unterrichten müssen."

4:10 Voxpop "Es wird extrem ausgesiebt, man muss dolld arum kämpfen, dass man sein Studium bis zum ende durchziehen kann, weil nicht genügend Plätze vorhanden sind für alle."+++

4:19

Frankfurt Oder ist eine Provinzstadt an der Grenze zu Polen - wegen der Stadt kommen die wenigsten Studenten hier hin. Die meisten sind wie Andreas Vortisch und seine Kommilitonen wegen der Universität hierher gekommen, zu abschreckend waren für sie die Geschichten aus Berlin und anderen Universitäten. Ihre Entscheidung für die Provinz haben sie alle nicht bereut.

Inserts:

0:20-0:44 Johanna Klant, Studentin HU Berlin

1:08-1:15 Johanna Klant, Studentin HU Berlin

1:48 Andreas Vortisch, Student Viadrina-Universität Frankfurt/Oder

1:56-2:03 Diana Lippstein, Studentin Viadrina-Universität Frankfurt Oder

2:35-2:58 Sven Husmann, Vizepräsident Viadrina-Universität Frankfurt/Oder

3:17 Johanna Klant, Studentin Humboldt-Universität Berlin

Bericht: Christoph Strack / Rupert Wiederwald

Kamera: Christoph Nowicki / Erasmus De Grande

Schnitt: Mirco Dalchow