Zyperns Präsident macht Vorschlag zur Güte | Aktuell Europa | DW | 07.11.2018
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Geteilte Insel

Zyperns Präsident macht Vorschlag zur Güte

Seit Jahrzehnten ist Zypern de facto geteilt. Jetzt hat Staatschef Anastasiades den türkischen Zyprern einen Vorschlag zur Überwindung der Trennung unterbreitet.

So könnten die griechischen Zyprer künftig mehr Entscheidungsbefugnisse an die türkischen Zyprer abtreten, erklärte Präsident Nikos Anastasiades (Artikelbild) in einer vom Staatsfernsehen übertragenen Ansprache an das zyprische Volk.

Die "zu vielen" Zuständigkeiten einer Zentralregierung sind nach seinen Worten "keine praktikable Lösung" und könnten zu einer endgültigen Teilung Zyperns führen. Anastasiades regte eine "dezentralisierte Föderation" an.

Annäherung an Ziele der türkischen Zyprer

Die Inselrepublik ist seit 1974 nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention geteilt. Zypern ist seit 2004 Mitglied der EU, das EU-Recht gilt jedoch nicht im Nordteil der Insel. Die Türkische Republik Nordzypern wird nur von der Türkei anerkannt.

Mit seinem Vorschlag kommt Anastasiades einen Schritt näher an die Lösungsvorstellungen der türkischen Zyprer, die überwiegend im Norden leben. Eine Reaktion des Anführers der türkischen Zyprer, Mustafa Akinci, gibt es noch nicht.

Die türkisch-zyprische Seite hat sich in der Vergangenheit für eine Konföderation zweier Staaten mit einer relativ schwachen Zentralregierung stark gemacht. Die griechischen Zyprer forderten bislang die Bildung einer Bundesrepublik mit einer starken Zentralregierung.

gri/wa (dpa, ape)

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