Zwickau erinnert an NSU-Opfer | Aktuell Deutschland | DW | 03.11.2019
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Rechter Terror

Zwickau erinnert an NSU-Opfer

Ein neuer Gedenkort für die Mordopfer des Nationalsozialistischen Untergrunds ist in Zwickau eingeweiht worden. In der sächsischen Stadt, in der die Neonazis ihren letzten Unterschlupf hatten, wurden Bäume gepflanzt.

Neuer Gedenkort für Opfer des NSU (picture alliance/dpa)

An jedem der zehn Bäume ist eine Plakette mit dem Namen eines der Opfer in den Boden eingelassen

Zehn Bäume erinnern an die Mordopfer der rechten Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU). Auf Gedenkplatten, in den Boden eingelassen, sind Name, Alter und Beruf der Getöteten festgehalten.

"Wir zeigen, dass der NSU ein Teil der Zwickauer Geschichte ist", sagte Oberbürgermeisterin Pia Findeiß bei der Einweihungszeremonie, an der rund 450 Menschen teilnahmen. Die Bäume und die Gedenktafeln seien zugleich Mahnung, sich für Demokratie und Toleranz einzusetzen.

Deutschland Neuer Gedenkort für Opfer des NSU in Zwickau (picture-alliance/dpa/P. Endig)

Ein erster Gedenkbaum war Anfang Oktober von Unbekannten abgesägt worden - Trauernde haben dort Kerzen und Blumen niedergelegt

Der NSU hatte jahrelang unerkannt in Zwickau im Untergrund gelebt. Die Terrorzelle, zu der Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe gehörten, wird für neun Morde an Ausländern, die Tötung einer deutschen Polizistin sowie für zwei Sprengstoffanschläge und diverse Raubüberfälle verantwortlich gemacht.

Ein erster Gedenkbaum für den ermordeten Blumenhändler Enver Simsek, das erste Opfer der Rechtsterroristen, war Anfang Oktober abgesägt worden. Die Tat hatte bundesweit für Empörung gesorgt, aber auch eine Welle der Solidarität ausgelöst. Rund 14.000 Euro gingen bei der Stadt an Spenden ein.

Am Rande der Einweihung kam es zwischen einigen Teilnehmern und der Polizei zu einer Auseinandersetzung, nachdem eine junge Frau einen niedergelegten Kranz der Zwickauer AfD-Fraktion beschädigt hatte. Einige Beobachter verteidigten die Frau und argumentierten, Blumen von einer Partei, die selbst rechtes Gedankengut verbreite, seien eine weitere Verhöhnung der Opfer. Die Polizei hingegen wertete das Geschehen als Sachbeschädigung. Am Montag will Bundeskanzlerin Angela Merkel an dem Gedenkort Blumen niederlegen.

uh/qu (dpa, afp, epd)

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