Zwei Mörder in den USA hingerichtet | Aktuell Amerika | DW | 17.05.2019
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Strafjustiz

Zwei Mörder in den USA hingerichtet

Einer der Delinquenten soll sich in der Haft grundlegend gewandelt haben. Geistliche aus drei Konfessionen waren für ihn eingetreten - doch vergeblich. Denn das letzte Wort hatte die Politik.

USA Todesstrafe - Michael Samra und Donnie Edward Johnson (AFP/Alabama Department of Corrections/Tennessee Department of Corrections)

Michael Samra (links) und Donnie Edward Johnson

Die Exekution des 68-jährigen Donnie Edward Johnson wurde in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee per Giftspritze vollstreckt. Bittsteller hatten zuvor eingewandt, Johnson habe sich nach der Tat 1984 von Grund auf gewandelt. Eine Adventistengemeinde hatte ihn vor mehreren Jahren zum Ältesten ordiniert. Johnson sei zu einem Leiter der kirchlichen Gefängnisseelsorge geworden, sagte Pastor Furman Fordham.

"Kein Mensch gewesen"

Johnson betreute viele Jahre lang Bibelkreise im Gefängnis. Er sei beim Mord an seiner Ehefrau Connie "kein Mensch gewesen", sagte er laut der Zeitung "Nashville Tennessean" am Tag vor der Hinrichtung, "sondern ein Monster".

Der Präsident der weltweiten Adventistenkirchen, Ted Wilson, hatte Tennessees Gouverneur Bill Lee um Gnade gebeten. Auch die römisch-katholischen und die anglikanischen Bischöfe von Tennessee baten darum, das Todesurteil nicht zu vollstrecken. Lee lehnte jedoch ab. Nach Gebet und Überlegung sei er zu dem Schluss gekommen, nicht zu intervenieren, teilte der republikanische Politiker mit.

Vierfachmord vor zwei Jahrzehnten

Ein weiteres Todesurteil wurde im Bundesstaat Alabama vollstreckt - ebenfalls mit der Giftspritze. Dort wurde der 41-jährige Michael Brandon Samra hingerichtet, der wegen eines Vierfachmordes verurteilt worden war. Gemeinsam mit einem 16-Jährigen hatte er 1997 vier Menschen umgebracht: den Vater seines Mittäters, dessen Freundin und deren sechs und sieben Jahre alte Töchter.

Auch gegen den Komplizen erging ein Todesurteil, das aber später in lebenslange Haft umgewandelt wurde. Grund dafür war eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA, der 2005 entschieden hatte, dass Täter unter 18 Jahren nicht hingerichtet werden sollen.

"Vollstreckung schafft Gerechtigkeit"

Samra hatte sein Todesurteil daraufhin ebenfalls angefochten und darauf verwiesen, dass er zur Tatzeit noch nicht 21 Jahre alt war. Der Oberste Gerichtshof lehnte eine Änderung der Altersgrenze allerdings ab.

Alabamas Gouverneurin Kay Ivey wies ein Gnadengesuch von Samras Anwälten zurück. Mit der Vollstreckung des Todesurteils werde "Gerechtigkeit" geschaffen, erklärte die Republikanerin.

In den USA gab es in diesem Jahr bereits fünf Hinrichtungen: drei in Texas, eine in Georgia und eine in Alabama.

jj/sti (afp, epd)

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