Zwölf Tote bei Erdbeben in China | Aktuell Asien | DW | 18.06.2019
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Naturkatastrophe

Zwölf Tote bei Erdbeben in China

Ein Hotel stürzt ein, der Asphalt auf den Straßen reißt auf - viele Menschen stürzen panisch ins Freie. Die Behörden schicken Hunderte Feuerwehrleute in die betroffenen Gebiete im Südwesten der Volksrepublik.

Bei einem Erdbeben der Stärke 6,0 in der südwestchinesischen Provinz Sichuan sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Verletzten wurde von Behördenvertretern und Staatsmedien mit 134 angegeben. Das Zentrum des Bebens lag nahe der Stadt Yibin in 16 Kilometern Tiefe, wie die chinesische Erdbebenwarte mitteilte. Mehr als 4000 Menschen mussten wegen des Bebens ihre Wohnungen verlassen. Es folgten eine Reihe von Nachbeben mit einer Stärke von bis zu 5,1.

Starker Regen erschwerte die Rettungsarbeiten in der betroffenen Region. Mehr als 500 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Rund 5000 Zelte und 10.000 Feldbetten wurden in die Erdbebengebiete gebracht. Der staatliche Sender CCTV zeigte, wie Rettungsmannschaften einen Überlebenden aus den Schuttmassen bargen.

China - Erdbeben der Stärke 6,0 trifft Sichuan (picture-alliance/dpa)

Unter der Wucht des Erdstoßes der Stärke 6,0 brachen Häuser zusammen

Sieben Überlebende aus Trümmern geborgen

Insgesamt wurden laut den Behörden in Yibin sieben Überlebende aus Gebäuden geborgen. Auf anderen Fernsehaufnahmen waren zersplitterte Fensterscheiben und Risse in Straßen zu sehen. Die Schnellstraße von Yibin nach Xuyong wurde geschlossen. Auch auf anderen Straßen musste der Verkehr wegen Fahrbahnschäden gestoppt werden. Im Dorf Meidong stürzte ein Hotel ein.

"Die Erde bewegte sich etwa eine Minute lang", zitiert Xinhua einen Bewohner im Kreis Changning. Betroffen war auch der benachbarte Kreis Gongxian. Viele Menschen verbrachten aus Angst vor weiteren Beben die Nacht im Freien.

China - Erdbeben der Stärke 6,0 trifft Sichuan (picture-alliance/dpa/T. Jinghao)

Retter suchen nach Überlebenden - und bergen Tote

Frühwarnsystem schlägt Alarm

In der rund 300 Kilometer nordwestlich gelegenen Provinzhauptstadt Chengdu habe das Frühwarnsystem schon eine Minute vor dem Erdbeben Alarm geschlagen, schreibt die Staatsagentur. Dann sei der Erdstoß stark zu spüren gewesen. Auch in der 240 Kilometer nordöstlich gelegenen Metropole Chongqing habe das Beben die Erde erschüttert. 

In der Provinz Sichuan waren 2008 bei einem schweren Erdbeben der Stärke 8,0 in Wenchuan mehr als 80.000 Menschen ums Leben gekommen. Sichuan liegt am Rand der Überschiebungszone der indischen Kontinentalplatte und der eurasischen Platte. Durch Plattenverschiebungen ist die Provinz besonders erdbebengefährdet.

sti/jj/ehl (dpa, afp)

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