Zugriff im Schatten des Berliner Halbmarathons | Aktuell Deutschland | DW | 08.04.2018
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Antiterror-Einsatz

Zugriff im Schatten des Berliner Halbmarathons

Die 250.000 Zuschauer des Sportevents seien zu keiner Zeit in Gefahr gewesen, betont die Polizei. Dennoch hielten es die Ermittler für geboten, sechs Verdächtige festzunehmen. Viele Details bleiben im Dunkeln.

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Anschlag auf Berliner Halbmarathon vereitelt? Gespräch mit Jens Thurau

Am Abend betonte die Polizei, man habe keine konkreten Hinweise, wonach das Sportereignis Ziel eines Anschlags gewesen sein könnte. "Für die Läufer und Teilnehmer und das Personal bestand zu keiner Zeit eine Gefahr", sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf der Deutschen Presse-Agentur. Die Polizei sei im Vorfeld des Halbmarathons "besonders aufmerksam gewesen".

In einem Tweet hatte die Berliner Polizei zunächst die sechs Festnahmen verkündet. Diese stünden mit dem Halbmarathon in Verbindung, bestätigte sie auf DW-Anfrage. In einer Erklärung des Polizeipräsidiums hieß es dann, berlinweite Durchsuchungen hätten zu Festnahmen geführt. Es gebe "vereinzelte Hinweise darauf, dass die Festgenommenen im Alter von 18 bis 21 Jahren an der Vorbereitung eines Verbrechens im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung (dem Halbmarathon, die Red.) beteiligt gewesen sein könnten". Die Durchsuchungen hätten sich auf Personen bezogen, "die wir dem islamistisch-terroristischen Bereich zurechnen", hieß es am Abend. Die beschlagnahmten Beweismittel, darunter Handys und Computer, würden weiter ausgewertet.

Zeitung: "Eine Spur führt zu Anis Amri"

Die Zeitung "Die Welt" hatte berichtet, der Hauptverdächtige gehöre zum privaten Umfeld des Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri. Er habe geplant, Zuschauer und Teilnehmer der Sportveranstaltung mit Messern zu töten. Weil er unter Beobachtung der Sicherheitskräfte gestanden habe, sei von ihm keine konkrete Gefahr ausgegangen.

In der Wohnung eines mutmaßlichen Komplizen des Hauptverdächtigen hätten auf Sprengstoff trainierte Hunde im Keller angeschlagen, heißt es in der Zeitung weiter. Eine der durchsuchten Wohnungen soll auch nach dem LKW-Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz durchsucht worden sein. Im Dezember 2016 hatte Amri zwölf Menschen getötet und fast 70 weitere verletzt. Auf der Flucht wurde der Tunesier einige Tage später in Italien erschossen.

Die Informationen der "Welt" wurden von der Polizei bislang nicht bestätigt. An dem Halbmarathon nahmen nach Angaben der Organisatoren rund 36.000 Sportler teil.

rb/as/fab (afp, dpa, rtr, DW)

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