Zug passiert innerkoreanische Grenze | Aktuell Asien | DW | 30.11.2018
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Annäherung

Zug passiert innerkoreanische Grenze

Zehn Jahre lagen die Gleise zwischen beiden Ländern brach. Nun prüfen Ingenieure den Zustand des Netzes im Norden, um wieder Eisenbahnverbindungen zu ermöglichen. Es wäre der nächste Schritt zur Versöhnung beider Länder.

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Zugverbindung zwischen Süd- und Nordkorea

Südkoreanische Ingenieure und Funktionäre haben in einem Erkundungszug die Grenze zu Nordkorea überquert, um das dortige Eisenbahnnetz zu begutachten. Seit dem Frühjahr nähern sich beide Länder wieder aneinander an. Zeitgleich wollten beide Armeen 20 Beobachtungsposten an der Grenze abbauen und Landminen einsammeln, die dort seit dem Koreakrieg liegen. Das Eisenbahnprojekt ist erst seit einer Woche aus den Sanktionen ausgenommen, die gegen Nordkorea nach wie vor gelten. Ein verspätetes Votum aus dem UN-Sicherheitsrat für die Ausnahmeregelung hatte den Start des geplanten Projekts verzögert.

"Das eiserne Pferd fährt nun in die Ära des Friedens und des Wohlstands"

Bei der Abfahrt im südkoreanischen Dorasan war ein Transparent an dem rot-blau-weißen Zug angebracht, auf dem stand: "Das eiserne Pferd fährt nun in die Ära des Friedens und des Wohlstands". Die 28 südkoreanischen Passagiere haben 55 Tonnen Treibstoff und einen Stromgenerator dabei. Der erste Halt ist Panmunjom, der erste nordkoreanische Ort hinter der Grenze, in dem sich Südkoreas Präsident Moon Jae-In und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un in diesem Jahr bereits mehrmals getroffen hatten. Dort sollten die sechs Wagen des Zuges an eine nordkoreanische Lokomotive gekoppelt werden. Insgesamt werden sie in den nächsten 18 Tagen 2600 Kilometer zurücklegen, um zwei Strecken in Nordkorea zu inspizieren: Eine führt im Westen quer durch das Land zur chinesischen Grenze, die andere im Osten zur russischen Grenze.

Zehn Jahre Stillstand

Bis zur Teilung der Insel im Jahr 1948 verkehrten auf den beiden Strecken regelmäßig Züge. 2007 wurde ein kurzer Teil der westlichen Strecke als Geste der Verständigung für einige Güterzüge wiederbelebt. Im Folgejahr stellte Südkorea die Eisenbahnverbindung wegen des Atomprogramms des Nordens jedoch wieder ein. Die Strecken sind teilweise in einem so schlechten Zustand, dass der Erkundungszug nur 20 bis 45 Kilometer pro Stunde schnell fahren kann. Das Vereinigungsministerium in Seoul rechnet mit Reparaturkosten von umgerechnet knapp 57 Millionen US-Dollar für das kommende Jahr, die Strecken soll binnen fünf Jahren vollständig renoviert werden.

Eine Voraussetzung, dass das wiederbelebte Eisenbahnprojekt wirklich vorankommt, ist indes noch nicht erfüllt: Die USA haben ihre Sanktionen gegen Nordkorea bislang nicht gelockert, weil sie zuerst Fortschritte in der Denuklearisierung verlangen.

ehl/wa (afp, ap)

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