Zocken mit Zöllen - Gewinner und Verlierer im Spiel der Mächtigen | Nahaufnahme - Die aktuelle Reportage | DW | 08.04.2019
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Zocken mit Zöllen - Gewinner und Verlierer im Spiel der Mächtigen

"America first" bedeutet Strafzölle unter anderem gegen China und Deutschland. US-Präsident Trump stellt vermeintlich gültige Regeln des Freihandels auf den Kopf. Was sind die Folgen dieses Handelskrieges? Wer sind die Verlierer?

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Wenn Deutschland so weitermacht, "werden wir Zölle von 25 Prozent auf ihre Autos verhängen, und glaubt mir, dann hören sie auf", verkündet Trump und verunsichert die Welt mit diesen schroffen Tönen. "America first" - das klingt für Unternehmer Sönke Winterhager aus dem sächsischen Freital irgendwie absurd. Seine Stahlgruppe Boschgotthardshütte produziert jährlich rund 200.000 Tonnen Edelstahl. Jede zehnte Tonne geht in die USA. Doch seit dem Frühjahr 2018 wird das bestraft: mit satten 25 Prozent Einfuhrzoll! Allerdings: Die USA können auf den so hochwertigen "Sachsen-Stahl" gar nicht verzichten. "Es ist so, dass die meisten Kunden diesen Zoll bezahlen, weil sie einfach gar keine andere Chance haben, als ihr Material aus dem Ausland zu importieren", sagt Stahl-Unternehmer Winterhager. Wirtschaftswissenschaftler Jens Südekum sieht in Trumps Politik eine radikale Abkehr von den Prinzipien des Freihandels. Der aber sei nie ganz frei gewesen von Einschränkungen: "Freihandel hat es eigentlich nie gegeben. Immer nur mehr oder weniger Protektionismus." Und wie die USA, so handelten auch Europa und damit Deutschland häufig nach den eigenen Interessen. Das sieht man am Beispiel Ghanas. Lange durfte sich das westafrikanische Land vor Billigimporten aus dem mächtigen Europa schützen. Dann aber forderten die EU und damit Deutschland: Ghana müsse seine Zölle fallen lassen, wenn es weiter seinen Kakao in die EU exportieren wolle.