Zeugen gegen Assad | DokFilm | DW | 12.07.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

DokFilm

Zeugen gegen Assad

Die Folteropfer des syrischen Regimes befürchten, in Vergessenheit zu geraten. Überlebende der Horrorgefängnisse kämpfen nun in Deutschland um Gerechtigkeit. Das Weltrechtsprinzip erlaubt es, Verbrechen gegen die Menschlichkeit auch hier zu ahnden.

Video ansehen 42:31
Jetzt live
42:31 Min.

Khaled wurde in syrischen Geheimdienstgefängnissen gefoltert. Die schlimmste Folter für ihn war, als er gezwungen wurde, mit anzusehen, wie andere Gefangene gefoltert wurden: junge Menschen aus Damaskus, die wie er 2011 im "Arabischen Frühling" friedlich auf die Straße gingen, um gegen die Regierung zu demonstrieren. Auch Khaleds Frau Abeer wurde über Monate in einem der berüchtigten Gefängnisse des syrischen Militärgeheimdienstes gefangen gehalten und gedemütigt. Heute leben die beiden in Deutschland. Sie gehören zu den sieben Zeugen, die sich zusammen mit den Anwälten Mazen Darwish und Anwar al-Bunni entschlossen, Strafanzeige beim Generalbundesanwalt in Karlsruhe zu erstatten wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. "Kein Frieden ohne Gerechtigkeit", sagen die beiden syrischen Menschenrechtsanwälte. Denn sie sind überzeugt: Wenn die Opfer sehen, dass die Täter nicht zur Rechenschaft gezogen werden, eskaliert die Spirale der Gewalt weiter. Seitdem sie vor drei Jahren nach Deutschland entkommen konnten, verfolgen sie ein Ziel: Dass die systematischen Menschenrechtsverletzungen, die in syrischen Geheimdienstgefängnissen begangen werden, juristisch aufgearbeitet werden. Den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag können sie nicht anrufen, weil Syrien das entsprechende Statut nicht ratifiziert hat, zudem blockiert Russland im Sicherheitsrat die Einsetzung eines Tribunals. Anwälte und Zeugen setzen ihre Hoffnung auf das Weltrechtsprinzip. Es erlaubt - in Nachfolge der Nürnberger Prozesse - Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie in Syrien auch in Deutschland zu ahnden.