Zehntausende Nigerianer fliehen vor Islamisten-Miliz Boko Haram | Aktuell Afrika | DW | 09.01.2019
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Afrika

Zehntausende Nigerianer fliehen vor Islamisten-Miliz Boko Haram

Neue Kämpfe zwischen Streitkräften und der Terrororganisation Boko Haram haben eine Flüchtlingswelle im Nordosten Nigerias ausgelöst. Die UN sprechen von einer "humanitären Tragödie".

Seit dem 20. Dezember sind mehr als 30.000 Nigerianer vor Gefechten zwischen der Armee und der Islamistenmiliz Boko Haram geflohen. Wie die Vereinten Nationen mitteilten, suchten sie Schutz in Maiduguri, der Hauptstadt des Bundesstaats Borno. Der UN-Beauftragte für humanitäre Hilfe in Nigeria, Edward Kallon, sprach nach einem Besuch in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern von einer "humanitären Tragödie".

Durch einen Boko-Haram-Angriff zerstörte Gebäude am Stadtrand von Maiduguri (Getty Images/AFP/A. Marte)

Durch einen Boko-Haram-Angriff zerstörte Gebäude am Stadtrand von Maiduguri

Die meisten Flüchtlinge stammten demnach aus der am Tschad-See gelegenen Stadt Baga, die vorübergehend von Boko Haram kontrolliert wurde. Kämpfer überrannten Ende Dezember zwei Militärstützpunkte in der Nähe der Fischerstadt. Viele Flüchtlinge kamen Kallon zufolge auch in der Garnisonsstadt Monguno, 65 Kilometer südwestlich von Baga, an. Noch sei unklar, wie viele Menschen dorthin geflohen sind. "Zehntausende Menschen brauchen humanitäre Hilfe, vor allem Unterkünfte, Essen, Wasser und Möglichkeiten, sich zu waschen", so Kallon weiter.

Boko Haram terrorisiert seit 2009 den verarmten Nordosten Nigerias und angrenzende Gebiete. Die Gruppe kämpft für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats in der mehrheitlich muslimischen Region. Trotz wiederholter Beteuerungen der Regierung, Boko Haram sei besiegt, verstärkte die Miliz in den vergangenen Monaten ihre Angriffe auf zivile und militärische Ziele wieder. 

Durch die Angriffe von Boko Haram wurden in den vergangenen neun Jahren mehr als 27.000 Menschen getötet. 1,8 Millionen Menschen sind auf der Flucht.

stu/se (dpa, afp)

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