Zehntausende folgen dem Ruf der sudanesischen Opposition | Aktuell Afrika | DW | 02.05.2019
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Demokratiebewegung

Zehntausende folgen dem Ruf der sudanesischen Opposition

Drei Wochen nach dem Militärputsch drängt die Bevölkerung im Sudan weiter auf eine baldige Übergangsregierung. Die Opposition spricht von einem "Marsch der Millionen" in der Hauptstadt Khartum.

Erneut Großdemnonstration der Opposition im Sudan (picture-alliance/dpa/S. Basheer)

Siegesgewiss zeigt dieser Demonstrant in Khartum das Victory-Zeichen

Um den Druck auf den Militärrat zu erhöhen, hat die Allianz für die Freiheit und den Wechsel (ALC) die Menschen erneut dazu aufgerufen, vor der Zentrale der Streitkräfte in der Hauptstadt Khartum aufzulaufen. Die ALC, eine der einflussreichsten Gruppen der Oppositionsbewegung, will insgesamt eine Million Menschen mobilisieren. Gleichzeitig haben die Protest-Anführer angekündigt, der Militärführung einen Vorschlag zu den Strukturen einer Zivilregierung vorlegen zu wollen.

Ob dem Aufruf tatsächlich auf Anhieb eine Million Bürger gefolgt ist, bleibt offen. Ein Reporter der Nachrichtenagentur dpa schätzt, dass zumindest Hunderttausende zur seit fast einem Monat andauernden Sitzblockade vor dem Militärhauptquartier geströmt sind. Mit diesem Sitzstreik hatte der Umbruch im Sudan am 6. April begonnen. Am 11. April folgte der Militärputsch, mit dem Langzeitpräsident Omar al-Baschir abgesetzt wurde. Der 75-Jährige soll in einem Hochsicherheitsgefängnis in Khartum inhaftiert sein. 

Militär will kein "Chaos" dulden

Seitdem ringen Generäle und Vertreter der Opposition weiter um die Bildung einer Übergangsregierung. Die Opposition fordert eine zivile Übergangsregierung mit minimaler Beteiligung des Militärs. Die Generäle hingegen wollen sich den Zugriff auf alle sicherheitsrelevanten Ministerin, beispielsweise das Innen- und Verteidigungsministerium, sichern. Zudem beanspruchen sie das Präsidentenamt.

Seit drei Wochen blockieren deshalb tausende Menschen das Hauptquartier der Streitkräfte. Viele von ihnen wollen erst gehen, wenn eine Zivilregierung an der Macht ist. Abu Bakr al-Mudasir, der aus seinem Heimatort südlich der Hauptstadt angereist ist, sagte, der Militärrat würde eine Verzögerungstaktik anwenden. "Wir wollen aber keinen weiteren Aufschub."

Die Militärführung warnte indes vor einer Eskalation der Proteste. Sie werde kein "Chaos" zulassen, hieß es. Die Demonstranten wurden dazu aufgerufen, Barrikaden rund um das Gebäude abzubauen und blockierte Straßen freizugeben.

djo/kle (afp, ape, dpa)

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