Zara: Milliarden mit Mode made in Spain | Wirtschaft | DW | 21.09.2016
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Wirtschaft

Zara: Milliarden mit Mode made in Spain

Die Nummer eins unter den Modeketten weltweit wächst weiter. Der spanische Konzern Inditex mit seiner Marke Zara beendet das letzte Halbjahr mit höherem Umsatz und höherem Gewinn. Die Konkurrenz schaut hinterher.

In den sechs Monaten bis Ende Juli brachten es Zara und Co. auf ein Umsatzplus von immerhin elf Prozent. Über den Erwartungen der Analysten lag auch der Zuwachs beim Gewinn. Mit 1,4 Milliarden Euro zog der Gewinn um acht Prozent an.

Zu dem Plus trugen alle acht Marken von Inditex bei, darunter Label wie Massimo Dutti oder Bershka. Größter Wachstumstreiber bleibt aber Zara mit einem Zuwachs von 13 Prozent. Zara setzt - neben dem Internethandel - mittlerweile vor allem auf große Filialen in guten Innenstadtlagen. Im Zentrum von Köln eröffnete unlängst der größte Laden von Zara in Deutschland mit fast 4.000 Quadratmetern. Insgesamt kamen 83 neue Inditex-Läden in 38 Ländern dazu.

Spanien Bekleidungskette Zara Bershka Filiale

Inditex: Konzern mit acht Marken, darunter Bershka

Die Konkurrenz schrumpft

Gleichzeitig schließen in Deutschland immer mehr Textilgeschäfte. Nach Schätzungen des Branchenverbands BTE ging in den letzten 15 Jahren die Zahl der selbstständigen Textilhändler um fast die Hälfte zurück, von mehr als 35.000 auf rund 18.000. Opfer des Schrumpfprozesses sind auch Traditionshäuser wie SinnLeffers und Wöhrl.

"Zwischen Zara und Zalando ist nur noch verdammt wenig Platz", kommentierte Branchenexperte Daniel Terberger unlängst die Entwicklung in der Zeitung "Welt". Zalando ist ein großer Online-Mode-Händler mit Sitz in Berlin. Auf den wachsenden Internethandel führen Beobachter auch einen Gutteil des Erfolgs von Zara und Co. zurück. Der Modeverkauf in stationären Geschäften macht in Deutschland nur noch 57 Prozent des Gesamtumsatzes der Branche aus, berichtete die "Welt".

Frankfurt Zeil

Immer weniger Textil-Geschäfte in Deutschland

Der Inditex-Konzern mit dem Flaggschiff Zara wurde 1975 von Amancio Ortega gegründet. Der Spanier gilt mittlerweile hinter Bill Gates als zweitreichster Mann der Welt. Sein Vermögen beziffert das US-Magazin Forbes auf 76,9 Milliarden Dollar.

Produktion in Europa

Zara und den anderen Inditex-Marken gelingt es, sich weiter von Konkurrenten wie Next aus Großbritannien oder H&M aus Schweden abzusetzen. Hennes & Mauritz (H&M) meldete zwar im Juli ebenfalls ein Umsatzplus. Gleichzeitig war der Juli aber der zehnte Monat in Folge, in dem H&M langsamer wuchs als bisher. Die Schweden machten dafür zuletzt ungünstiger Wetterbedingungen verantwortlich..

Amancio Ortega

Konzerngründer Amancio Ortega

Bei Zara war davon nicht die Rede. Beobachter verweisen immer wieder darauf, dass die Spanier unmittelbarer als die Konkurrenz auf neue Trends reagieren und ihr Angebot schnell umstellen. Als einer der Gründe gilt: Inditex lässt vor allem in Europa fertigen, unweit der Vertriebszentren in Spanien und nahe bei seinen wichtigsten Märkten.

ar/hb (rtr, dpa, afp – Archiv)

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