Zahl der Deutschlernenden bleibt konstant | Deutsch unterrichten | DW | 04.06.2020
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Deutsch unterrichten

Zahl der Deutschlernenden bleibt konstant

15,4 Millionen Menschen lernen weltweit Deutsch als Fremdsprache an Schulen oder Universitäten. Viele nutzen außerdem Internet-Angebote wie das der DW. Aufgrund von Corona stiegen die Zahlen hier rasant.

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Studie: Immer mehr Deutschlerner lernen online

Wie viele Menschen lernen eigentlich Deutsch? Eine simple Frage, die das Auswärtige Amt alle fünf Jahre beantwortet haben möchte. Die Antwort befindet sich in der 56 Seiten umfassenden Datenerhebung, die das Auswärtige Amt gemeinsam mit der Deutschen Welle, dem Goethe-Institut, dem DAAD und der Zentralstelle für Auslandsschulwesen am 04.06.2020 im Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin präsentiert hat.

Weltweit ist die Zahl der Deutschlernenden an Schulen, Universitäten und Sprachinstituten seit der letzten Erhebung 2015 demnach relativ konstant geblieben. Sie steigt um einige Tausend Lernende. Die zuständige Staatsministerin im Auswärtigen Amt Michelle Müntefering freut sich: "Die Studie macht Mut und zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Sprache ist immer auch das beste Mittel für die Verständigung. "

Ein Diagramm zeigt die Zahlen der Deutschlerner weltweit zwischen 1985 und 2020 (Quelle: Auswärtiges Amt)

Entwicklung der Deutschlernerzahlen seit 1985

Europa weiter Spitzenreiter

Die meisten Menschen lernen Deutsch in Europa. Insgesamt sind es rund 9,3 Millionen Menschen. Während in Dänemark, den Niederlanden und in Frankreich sehr hohe Wachstumszahlen von bis zu 62 Prozent zu verzeichnen sind, gehen die Zahlen in anderen europäischen Ländern stark zurück. Besonders stark sinkt die Zahl der Deutschlernenden in Polen (-15 Prozent) und Großbritannien (-25 Prozent), beides Länder, in denen Deutsch viele Jahre gut aufgestellt war.

Details zu den einzelnen Regionen erfahren Sie in dieser Infografik.

Ein Kreisdiagramm zeigt die Verteilung der Deutschlerner nach Regionen: Europa & Russische Föderation: 11 Millionen, Asien und Ozeanien: 1,7 Millionen, Afrika: 1,6 Millionen, Amerika: 800.000 (Quelle: Auswärtiges Amt)

Deutschlerner weltweit nach Regionen

Mit Zuversicht blickt die Staatsministerin auf die Wachstumsregionen Asien und Afrika. So hat sich beispielsweise in der Elfenbeinküste die Zahl derjenigen, die den Deutschunterricht besuchen, mehr als verdoppelt. Ein ähnliches Bild gibt es in Kenia (+117 Prozent) und in Ägypten (+60 Prozent). In Asien gibt es vor allem in Indien (+37 Prozent) und China (+33 Prozent) immer mehr Deutschlernende.

Johannes Ebert vom Goethe-Institut betont, dass hinter solchen Zahlen immer auch viel Arbeit stecke. Er nennt das Beispiel Russland. Vor fünf Jahren wies das Land noch den größten Rückgang auf. Jetzt gehört Russland wieder zu den Gewinnern: "Wir haben mit unserer Aktion, 'Deutsch die erste zweite' (Fremdsprache, Anm. d. Red.) einen wichtigen Beitrag geleistet. In der Schule passiert der Zugang zu Deutsch, hier findet der erste Kontakt statt." Es freue ihn, dass die Arbeit des Goethe-Instituts nun Früchte trage, so Ebert. 

Details zu einigen Wachstumsregionen erfahren Sie in der Bildergalerie.

Zum ersten Mal wurden auch Online-Deutschlernende gezählt. Allein die Deutschlernangebote der Deutschen Welle und des Goethe-Instituts zählten in 2019 knapp 42 Millionen Visits. "Die Zahlen bestätigen einen wichtigen Trend, den wir schon lange im Blick haben: den Trend zum Online-Lernen", so der Intendant der Deutschen Welle Peter Limbourg. 

Interesse an DW-Deutschkursen enorm gestiegen

Besonders bemerkenswert sind dabei die Zahlen, die die Deutsche Welle seit Beginn der Corona-Pandemie zu verzeichnen hat. So habe sich die Nutzung der DW-Deutschlern-Angebote in der Corona-Zeit zwischen Januar und April mehr als verdoppelt, sagt Peter Limbourg: "Das ist erstaunlich und erfreulich. Die Menschen haben den Lockdown also nicht nur genutzt, um Netflix zu schauen, sondern auch, um Deutsch zu lernen."

Außerdem habe man gelernt, dass mit Hilfe von Investitionen, mit Online-Angeboten neue Zielgruppen erschlossen werden können, die man ansonsten nicht erreiche, so der DW-Intendant. "Digitalisierung ist eine Chance", betonte die Staatsministerin Michelle Müntefering zum Ende der Pressekonferenz. Aber auch eine Herausforderung, der sich die Mittlerorganisationen des Deutschlernens weiter stellen wollen. 

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