Zahl der Chefinnen wächst nur langsam | Wirtschaft | DW | 01.08.2019
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Gleichberechtigung

Zahl der Chefinnen wächst nur langsam

Zwar nimmt die Zahl von Frauen in Führungspositionen zu. Unternehmensberater aber warnen: Wird das Emanzipationstempo nicht bald deutlich erhöht, lässt die Parität in der Chefetage noch Jahrzehnte auf sich warten.

In der deutschen Wirtschaft kommen Managerinnen nur langsam voran. In den Topetagen börsennotierter Unternehmen in Deutschland sitzen einer Studie zufolge zwar aktuell so viele Frauen wie nie zuvor - aber Männer geben weiter den Ton an, wie aus der Analyse des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY hervorgeht.

Die Zahl der Frauen in Vorstandsetagen ist der Studie zufolge zum achten Mal in Folge gestiegen. Im ersten Halbjahr gab es 61 Topmanagerinnen in den 160 Unternehmen aus den Börsenindizes Dax, MDax und SDax.

Der Frauenanteil stieg auf den Höchstwert von 8,7 Prozent. Männer geben allerdings weiterhin den Ton an: 640 der 701 Vorstandsmitglieder sind männlich, zwei von drei Unternehmen werden ausschließlich von Managern gelenkt..

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"Zielgröße Null" für Frauen im Vorstand

Besonders häufig schafften der Studie zufolge Managerinnen in der Telekommunikationsbranche den Aufstieg in die Führungsetage. 16 Prozent der Vorstandsmitglieder in den ausgewerteten Telekommunikationsfirmen sind Frauen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Finanzunternehmen sowie die Transport- und Logistikbranche mit 14 beziehungsweise 13 Prozent. Bei Pharma- und Biotechunternehmen, Rohstoffkonzernen und in der IT- und Technologiebranche dagegen liegt der Anteil aktuell ungefähr nur zwischen 5 und 6 Prozent.

Geht es nicht ohne Quote?

"Wenn die Zahl der Frauen in den Vorstandsgremien weiter so langsam steigt wie im ersten Halbjahr dieses Jahres, wird es bis zum Jahr 2048 dauern, bis ein Drittel der Vorstandsposten mit Frauen besetzt ist", rechnete EY-Experte Markus Heinen vor.

Dass derzeit nicht mehr Topmanagerinnen in der Verantwortung sind, liegt Heinen zufolge auch daran, dass es anders als für Aufsichtsräte keine gesetzliche Frauenquote gibt. "Dadurch ist der Druck nicht so groß, Vorstandsposten mit Frauen zu besetzen." Zudem hätten Unternehmen in der Vergangenheit zu wenig für die Förderung weiblicher Managementtalente getan.

Die etwa 100 größten börsennotierten, voll mitbestimmungspflichtigen Firmen müssen bei Neubesetzungen im Aufsichtsrat sicherstellen, dass mindestens 30 Prozent der Posten von Frauen besetzt werden. Eine Quote für Vorstände gibt es nicht.

dk/hb (dpa)

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