Zahl der Asylsuchenden sinkt drittes Jahr in Folge | Aktuell Deutschland | DW | 08.01.2020
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Einwanderung

Zahl der Asylsuchenden sinkt drittes Jahr in Folge

Vergangenes Jahr kamen wieder weniger Schutzsuchende nach Deutschland. Die Zahl der Asyl-Erstanträge ist das dritte Jahr in Folge rückläufig. Für viele andere Menschen wird Deutschland dafür immer attraktiver.

Deutschland 2016 | Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig | Flüchtlinge (picture-alliance/dpa/S. Willnow)

An der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig sind auch Studierende, die als Flüchtlinge nach Deutschland kamen

In Deutschland haben im vergangenen Jahr 142.509 Menschen erstmals Asylanträge gestellt. Das teilte das Bundesinnenministerium in Berlin mit. Das sind ungefähr 20.000 weniger als 2018. 

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zeigte sich zufrieden: Der Rückgang zeige, "dass die zahlreichen Maßnahmen der letzten Jahre gegen ungesteuerte Zuwanderung wirken. Gleichwohl bleibt der Migrationsdruck an den EU-Außengrenzen und nach Deutschland weiterhin hoch", erklärte er. Deutschland habe den starken Zuzug von Flüchtlingen ab 2015 "gut bewältigt", bestätigte auch Regierungssprecher Steffen Seibert nach der Verabschiedung des Asylberichts 2018 durch das Bundeskabinett. 

Für Studierende attraktiv

Seit den Jahren 2015/16 mit dem Höhepunkt des Zuzugs habe sich die Einwanderung nach Deutschland gewandelt. "Die Zuwanderung von Schutzsuchenden ist zurückgegangen, und es kommen mehr Menschen, um hier zu studieren und zu arbeiten", erklärte Seibert. Deutschland verzeichnet bei den Zuzügen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierende aus der ganzen Welt Wachstum. Aus dem Migrationsbericht geht unter anderem hervor, dass an deutschen Hochschulen im Wintersemester 2018/1019 knapp 400.000 ausländische Studierende eingeschrieben waren.

Die Zahl der Personen, die einen Asylantrag stellten, sei 2018 erstmals wieder unter das Niveau von 2014 gefallen. Dies sei ein "deutlicher Rückgang der Fluchtmigration", sagte der Sprecher. Er erinnerte zugleich daran, dass die Zahl der Asyl-Erstanträge zwischen 2008 und 2016 kontinuierlich gestiegen sei.

Neue Methodik, abweichende Ergebnisse

Das Innenministerium selbst meldet in dem aktuellen Asylbericht nur 111.094 Erstanträgen. Die Differenz entsteht durch eine neu eingeführte Methodik. Statt wie bisher alle Asyl-Erstanträge zu zählen, klammern die Statistiker nun in Deutschland geborene Kinder Schutzsuchender aus, für die Asyl beantragt wird. Für in Deutschland geborenen Kinder unter einem Jahr gab es im vergangenen Jahr 31.415 Asyl-Erstanträge. Bei Menschen - Kinder, Jugendliche oder Erwachsene -, die nach Deutschland eingereist sind und Asyl beantragt haben, spricht das Ministerium nun von "förmlichen grenzüberschreitenden Asyl-Erstanträgen". Die Hauptherkunftsländer dieser Menschen waren im vergangenen Jahr Syrien (26.435), der Irak (10.894) und die Türkei (10.275).

Neben der Asylstatistik wurde auch der Migrationsbericht vorgestellt. Aus dem geht hervor, dass im Jahr 2018 mit fast 1,6 Millionen etwa gleich viele Menschen nach Deutschland zogen wie im Vorjahr. Zugleich verließen fast 1,2 Millionen Menschen die Bundesrepublik. Mit rund 400.000 Menschen verzeichnete Deutschland damit den niedrigsten Wanderungsüberschuss seit 2013. Insgesamt lebten 2018 81,6 Millionen Menschen in Deutschland, von denen 13,5 Millionen Migrationserfahrungen haben. 

sam/fab (afp, dpa, epd, kna, rtr) 

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