Zahl der Asylbewerber in der EU deutlich zurückgegangen | Aktuell Europa | DW | 30.12.2017
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Europäische Union

Zahl der Asylbewerber in der EU deutlich zurückgegangen

2015 stellten 1,25 Millionen Migranten einen Asylantrag in EU-Ländern - in diesem Jahr waren es von Januar bis September weniger als 500.000. Geblieben ist Deutschlands Rolle als beliebtestes Zielland.

Flüchtlinge bei einem Beratungsgespräch in Nürnberg (Foto: picture-alliance/dpa/C. Simon)

Asylbewerber bei einem Beratungsgespräch in Nürnberg

Von Januar bis September 2017 registrierten die EU-Staaten insgesamt 479.650 erstmalige Asylanträge, das sind 50 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2016, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf neue Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat berichteten. Im gesamten Jahr 2016 hätten in der EU noch 1,2 Millionen Flüchtlinge einen Asylantrag gestellt, 2015 habe die Zahl bei etwa 1,25 Millionen gelegen.

In Polen und Ungarn nur jeweils rund 2500 Erstanträge 

Deutschland bleibe in der Europäischen Union weiter das wichtigste Zielland für Asylbewerber, fast ein Drittel der Flüchtlinge habe hier um Asyl gebeten: Von Januar bis September 2017 seien in Deutschland 137.385 Erstanträge registriert worden. An zweiter Stelle folge Italien mit 103.560 Anträgen, so die Statistiker weiter. Beide Länder zusammen nähmen damit die Hälfte der neuen Asylbewerber in der EU auf. Griechenland habe 41.735 Asylanträge gemeldet, Polen dagegen nur 2515 und Ungarn 2445 Erstanträge.

Inzwischen wird laut Eurostat europaweit weniger als die Hälfte der Asylanträge in erster Instanz anerkannt. Die Quote der positiven Entscheidungen hatte im zweiten Halbjahr 2016 in der EU noch bei 62 Prozent gelegen, im ersten Halbjahr 2017 sei sie auf 48 Prozent gesunken - im dritten Quartal diesen Jahres habe sie nur noch 43 Prozent betragen. In der Bundesrepublik wurden demnach im dritten Quartal 48 Prozent der Asylanträge in erster Instanz anerkannt.

Starker Rückgang auch bei unerlaubten Einreisen

Die Zahl der unerlaubten Einreisen beziehungsweise Einreiseversuche nach Deutschland ging zum Jahresende im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte zurück, wie die "Heilbronner Stimme" unter Berufung auf Angaben der Bundespolizei berichtete. Habe diese im vergangenen Jahr noch insgesamt rund 111.000 "festgestellte und beanzeigte unerlaubt eingereiste Personen inklusive Versuche" registriert, so seien es Ende November dieses Jahres nur noch 45.792 gewesen. In den Monaten Oktober und November seien jeweils etwa 4000 Fälle registriert worden, sodass für 2017 von einer Gesamtzahl von knapp 50.000 auszugehen sei.

sti/djo (afp, rtr, epd)

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