Youtube sperrt Anti-Impfstoff-Inhalte | Aktuell Welt | DW | 29.09.2021
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Youtube sperrt Anti-Impfstoff-Inhalte

Youtube greift durch: Die Google-Tochter will Videos löschen, in denen behauptet wird, Impfstoffe seien gefährlich. Das gilt nicht nur für COVID-19-Vakzine, sondern auch für andere Impfstoffe.

Impfausweis

Die neuen Regeln gelten auch für Aussagen über Impfstoffe etwa gegen Masern oder Hepatitis B (Symbolbild)

Die neuen Regeln beziehen sich auf Impfstoffe, die von örtlichen Gesundheitsbehörden oder der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zugelassen und als "sicher und wirksam" eingestuft wurden wie etwa Vakzine gegen Masern und Hepatitis B.

Gelöscht werden sollen beispielsweise Videos, in denen erklärt wird, zugelassene Impfstoffe könnten zu Autismus, Krebs oder Unfruchtbarkeit führen, wie Youtube mitteilte. Die Regeln gälten auch für Behauptungen, "dass Substanzen in Impfstoffen eine Ortung jener ermöglichen, die sie erhalten".

130.000 Videos in einem Jahr gelöscht

"Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem es wichtiger ist denn je, die Arbeit, die wir mit COVID-19 begonnen haben, auf andere Impfstoffe auszuweiten", so das Unternehmen mit Hauptsitz im US-Bundesstaat Kalifornien. "Wir haben stetig gesehen, wie falsche Behauptungen über Corona-Impfstoffe sich ausdehnen zu Falschinformationen über Impfstoffe grundsätzlich."

YouTube Zentrale USA Kalifornien

Youtube-Hauptquartier in San Bruno im US-Bundesstaat Kalifornien (Archivbild)

Nach eigenen Angaben löschte Youtube seit dem vergangenen Jahr 130.000 Videos, die gegen die Regeln der Plattform zu Corona-Vakzinen verstießen. Auf seiner eigenen Website nennt das Unternehmen zahlreiche Beispiele für bisher schon verbotene Inhalte, etwa "Behauptungen, dass die Symptome, die Sterblichkeit oder die Infektiosität von COVID-19 weniger oder genauso gravierend sind wie bei einer Erkältung oder saisonalen Grippe".

Streit mit Russland

Die Ankündigung der Google-Tochter kam kurz nach der Sperrung der deutschsprachigen Youtube-Kanäle des russischen Senders RT in dieser Woche, die mit dessen Videos über die Corona-Pandemie begründet wurde. Russland drohte in der Folge eine Blockade von Youtube sowie ähnliche Maßnahmen gegen deutsche Medien an.

Google wurde derweil von einem Gericht in Moskau zu einer Geldstrafe von 6,5 Millionen Rubel (umgerechnet 77.000 Euro) verurteilt, weil er es versäumt habe, Inhalte wie kinderpornografisches Material und Suizidaufrufe zu entfernen. Kritiker beklagen indes, es handele sich um Versuche, die Meinungsfreiheit im Internet einzuschränken.

jj/AR (afp, rtr, Washington Post, Youtube)