Youtube soll in Ägypten gesperrt werden | Aktuell Afrika | DW | 26.05.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Internet-Freiheit

Youtube soll in Ägypten gesperrt werden

Für einen begrenzten Zeitraum soll die Plattform nicht aufrufbar sein, entschied das oberste Verwaltungsgericht. Anlass ist ein Video, das schon 2012 die Gemüter erhitzt hatte. Wann die Sperre beginnt, ist noch offen.

Youtube Logo (picture-alliance/dpa/N. Armer)

Die Videoplattform Youtube gehört zum Google-Mutterkonzern Alphabet

Wegen eines islamkritischen Videos soll die Videoplattform Youtube in Ägypten einen Monat lang nicht nutzbar sein. Das oberste Verwaltungsgericht in Kairo bestätigte damit ein Urteil einer niedrigeren Instanz aus dem Jahr 2013. Die staatliche Kommunikationsbehörde, die Berufung eingelegt hatte, soll nun die Sperrung veranlassen. Wann es dazu kommt, ist noch unklar.

Video zeigt Mohammed als Mörder

Bei dem umstrittenen Video handelt es sich um einen 14-minütigen Clip mit dem Titel "Innocence of Muslims" ("Unschuld der Muslime"). Es stellt den islamischen Propheten Mohammed als Mörder, Vergewaltiger und Frauenheld dar. Der in Kalifornien produzierte Clip hatte bei seinem Erscheinen 2012 gewaltsame Proteste in der arabischen Welt ausgelöst. Mehrere Menschen starben, Demonstranten zündeten die US-Botschaft in Tunis und die deutsche Botschaft in der sudanesischen Hauptstadt Khartum an. In Pakistan war Youtube wegen des Clips drei Jahre lang gesperrt.

Weiterer Rückschlag für Meinungsfreiheit

Die gerichtlich angeordnete Sperrung ist der jüngste in einer Reihe von Rückschlägen für die Informationsfreiheit in Ägypten: Erst vor wenigen Tagen waren ein politischer Journalist zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt und ein regierungskritischer Blogger verhaftet worden. Menschenrechtler protestierten in beiden Fällen. Der "Freedom House Index" beurteilt die Presse- und Meinungsfreiheit in Ägypten als "nicht frei". Das Land wird von Präsident Abdel Fattah al-Sisi mit harter Hand regiert, der sich 2013 mit dem Militär an die Macht putschte und im März bei einer Wahl laut amtlichem Endergebnis mit 97 Prozent der Stimmen bestätigt wurde. Beobachter kritisierten, die Wahl sei nicht frei und fair verlaufen.

de/jj (rtre, dpa)

Die Redaktion empfiehlt