Worpswede - Vom Bauerndorf zur Inspirationsquelle | DW Reise | DW | 21.07.2018
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Künstlerdorf

Worpswede - Vom Bauerndorf zur Inspirationsquelle

Am Wochenende feiert der als Künstlerdorf bekannte Ort Worpswede bei Bremen sein 800-jähriges Bestehen. Die Zahl der Ateliers, Museen und Kunstvereine in Worpswede ist beachtlich.

Es ist klein, mit Kunst gespickt und reich an architektonischen und landschaftlichen Blickfängen: Worpswede. Die Ortschaft vor den Toren Bremens feiert an diesem Wochenende ihren 800. Geburtstag.

"Worpensweede" hieß ursprünglich der Name der lange Zeit weltabgeschiedenen Siedlung aus acht großen Bauernhöfen, die 1218 erstmals urkundlich erwähnt wurden. Das soll vor allem im alten Ortskern rund um das reetgedeckte Rathaus gefeiert werden.

Inszenierungen von professionellen Darstellern in historischen Kostümen sollen die historische Urkunden-Übergabe noch einmal lebendig werden lassen. Vorführungen mit originalgetreuem Gerät beleuchten die mittelalterliche Welt, wie sie für das Leben der Worpsweder vor Jahrhunderten typisch war. Demonstriert werden unter anderem Fischfang, Viehhaltung und Textilherstellung. Eine Freiluft-Ausstellung präsentiert die Meilensteine der Ortsgeschichte.

Worpswede ist heute weltweit als Künstlerdorf bekannt. "Worpswede als Ort ist einzigartig, nicht nur in Deutschland", sagt Jörg van den Berg, Künstlerischer Leiter der örtlichen Kunsthalle. "Wo sonst gibt es eine 5000-Einwohner-Ortschaft mit einer eigenen Museumslandschaft und einer eigenen Kunstgeschichte?"

Vor rund 130 Jahren hatten drei junge Maler aus Düsseldorf in dem kleinen Dorf nördlich von Bremen ihren Urlaub verbracht und sich in den weiten Horizont und die raue Landschaft um Worpswede verliebt. 1889 gründeten sie eine Künstlerkolonie.

125 Jahre Worpswede (Kulturstiftung Landkreis Osterholz)

Gemälde "Sommerabend" oder "Das Konzert" (1905) von Heinrich Vogeler

Der Barkenhoff wurde zum kreativen Zentrum des Ortes. Der Künstler und Sozialist Heinrich Vogeler hatte die alte Bauernkate 1895 gekauft und im Jugendstil umgestaltet. Er war einer der ersten, der den Kolonie-Gründern Fritz Mackensen, Hans am Ende und Otto Modersohn folgte und sich in Worpswede niederließ.

Künstlerdorf Worpswede bei Bremen (picture-alliance/dpa)

Künstlerwohnhaus "Käseglocke" von 1926 in Worpswede

Die Zahl der Ateliers, Museen und Kunstvereine in diesem Ort ist beachtlich. Noch immer arbeiten in Worpswede Maler, Bildhauer und Grafiker. "Worpswede ist eine lebendige Künstlerkolonie", sagt die Kulturbeauftragte Klaudia Krohn. Rund 130 Künstler und Kunsthandwerker leben in der Gemeinde. Sie führen fort, was die Gründer damals in dem Dorf begannen, als sie die Landschaft und den weiten Himmel zu einer Quelle ihrer Kunst machten.

is/ks (epd, dpa, dw)
 

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