Women@Web: Mehr Schutz für Frauen im Netz | Afrika | DW | 18.12.2017
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Afrika

Women@Web: Mehr Schutz für Frauen im Netz

Frauen brauchen digitale Medienkompetenz, damit sie aktiv an gesellschaftlichen Diskussionen teilnehmen und sich gegen Mobbing im Netz schützen können. Das ist das Fazit eines Expertentreffens der DW Akademie in Nairobi.

Expertentreffen Women@Web in Nairobi, Kenia (DW/Ousman Fye)

Die Teilnehmer Wakabi und Carolyne Ekyarisiima diskutieren ihre Ergebnisse

„Cybergewalt ist bittere Realität. Frauen müssen lernen, sich an Diskursen im Netz zu beteiligen – gerade bei Themen, die sie selbst betreffen. Wir müssen so viele Unterstützer wie möglich für dieses Projekt gewinnen!“, sagt Digitalexpertin Okore Scheaffer, Teilnehmerin aus Kenia. Sieben von zehn Journalistinnen in Kenia sind bereits Opfer von Cybergewalt geworden. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie der Menschenrechtsorganisation „Article 19“ und der Association of Media Women in Kenya (AMWIK).

Vor diesem Hintergrund sprachen 20 Expertinnen aus Kenia, Tansania und Uganda in einem dreitägigen Workshop über die Probleme, mit denen viele Frauen in Ostafrika bei der Internetnutzung konfrontiert sind: Sexismus im Netz, Cybergewalt, digitale Sicherheit und Wissensmangel im Umgang mit dem Netz. Ziel des Workshops: Die Bedürfnisse der Frauen in Ostafrika herauszufinden und gemeinsam mit den Expertinnen und Experten Lösungen zu entwickeln.

Methodischer Schwerpunkt: Human-Centered-Design

Der Workshop nutzte die Methode des Human-Centered-Design: Teilnehmerinnen und Teilnehmer führten Interviews mit Frauen in dem Vorort Machakos und befragten sie zu ihrem Umgang mit dem Internet. Attila Mong, Berater und Human-Centered-Design-Experte der DW Akademie erklärt das Konzept: “Ein nutzerorientierter Ansatz setzt voraus, dass man sich aktiv mit den betroffenen Menschen auseinandersetzt und ihnen zuhört, statt eigene Antworten vorzugeben.“

Expertentreffen Women@Web in Nairobi, Kenia (DW/Ousman Fye)

Carol Ndosi und Okore Scheaffer interviewen Passanten im Vorort Machakos

Nicht nur Cybergewalt, kulturelle Normen und wirtschaftliche Faktoren stellen afrikanische Nutzerinnen vor Herausforderungen, auch ungenügender politischer Wille ist ein Problem. Vor allem aber fehle es an fachlicher Kompetenz. „Den meisten Frauen in Ostafrika fehlen die Kenntnisse, um sich sicher im Netz zu bewegen. Sie wissen oft auch nicht, wie sie alle Möglichkeiten ausschöpfen können, die sich ihnen dort bieten,“ sagt Asha Abinallah, Autorin und Teilnehmerin aus Tansania.

Neue Studie zur Internetnutzung von Frauen

Digitale Medienkompetenz sei die wichtigste Voraussetzung für ostafrikanische Frauen, um das Internet erfolgreich zu nutzen, eigene Inhalte zu erstellen und möglichst große Reichweiten zu erzielen, so das gemeinsame Fazit des Treffens. Die Verbreitung und Förderung digitaler Kompetenzen sei daher das wichtigste Ziel, vor allem in Groß- und Kleinstädten in Ostafrika Frauen, die nur über Grundkenntnisse des Internets verfügen, sowie Frauen, die online aktiv sind aber nicht wissen, wie sie mit Bedrohungen und Angriffen aus dem Netz umgehen sollen, sollen gezielt gestärkt werden.

Expertentreffen Women@Web in Nairobi, Kenia (DW/Ousman Fye)

Gruppenfoto in Nairobi

In den nächsten Monaten ist eine Studie geplant. Sie soll vor allem aufzeigen, wie viele Frauen in Ostafrika das Internet nutzen, wie viele ein eigenes Smartphone besitzen, aber auch welche Plattformen sie regelmäßig nutzen und wie sie mit Gewalt und Bedrohungen im Internet umgehen. Fundierte Daten könnten langfristig dabei helfen, in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für Cybergewalt gegen Frauen zu schaffen und sie zu schützen.