Womöglich älteste Brauerei der Welt in Israel entdeckt | Lebensart | DW | 14.09.2018
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Archäologie

Womöglich älteste Brauerei der Welt in Israel entdeckt

In Israel haben Archäologen die weltweit vermutlich älteste Stätte zur Alkoholproduktion gefunden. Ein bierähnliches Getränk wurde dort wohl schon vor 13.000 Jahren auf Festen getrunken.

Die Archäologen machten den spektakulären Fund bei Ausgrabungen in der Höhle Rakefet südlich der israelischen Küstenstadt Haifa. Bereits vor rund 13.000 Jahren sollen hier in einer Brauerei alkoholische Getränke entstanden sein. "Wenn wir uns nicht täuschen, ist dies der älteste Hinweis auf eine Alkoholproduktion weltweit", sagte der Archäologieprofessor Daniel Nadel von der Universität Haifa der Nachrichtenagentur AFP.

Alkoholische Getränke von großer Bedeutung

Die untersuchte Felshöhle diente den Menschen in der Kultur des Natufien (12.500 bis 10.000 v. Chr.) als Grabstätte. Hier seien Tote auf einer von Blumen und Pflanzen bedeckten Plattform beigesetzt worden, so die Archäologen. Zudem wurde dort "offenbar eine Flüssigkeit hergestellt, die an Suppe erinnert, tatsächlich aber ein alkoholisches Getränk war." Die Forscher gehen davon aus, dass in der Höhle ein bierähnliches Getränk produziert wurde, das an Festen verzehrt wurde. Es habe deutlich weniger Alkohol enthalten als das heutige Bier, sei aber gegoren gewesen.

Älteste Alkohol-Produktionsstätte in Israel entdeckt (picture-alliance/dpa/Dani Nadel)

Wissenschaftler in Rakefete: Wurde hier das erste Bier gebraut?

Der enorme Aufwand, den die Angehörigen des Natufien zur Alkoholherstellung betrieben, deutet laut Nadel und seinen Kollegen darauf hin, dass das Getränk eine große Bedeutung gehabt haben muss. Der Ort der von den Archäologen entdeckten Lagerkammern in der Felshöhle lasse zudem vermuten, dass die Alkoholherstellung "an Zeremonien oder andere gesellschaftliche Aktivitäten gekoppelt" war, so Nadel. In zwei 40 bis 60 Zentimeter tiefen Gruben seien Getreide gelagert worden, eine dritte diente wohl der Fermentation.

Die Ergebnisse der Forschungsarbeit, an der auch Wissenschaftler der US-Universität Stanford beteiligt waren, wurden in der Fachzeitschrift "Journal of Archeological Science: Reports" veröffentlicht.

fs/ka (mit AFP)

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