Wofür Facebook WhatsApp braucht | Top-Thema – Podcast | DW | 25.02.2014
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Top-Thema – Podcast

Wofür Facebook WhatsApp braucht

Für 19 Milliarden Dollar hat Facebook im Februar 2014 die beliebte Anwendung WhatsApp gekauft. Datenschützer sehen diesen Kauf kritisch. Die Privatsphäre der Nutzer könnte nun gefährdet sein.‎

Audio anhören 02:37
Jetzt live
02:37 Min.

Wofür Facebook WhatsApp braucht – das Top-Thema als MP3

450 Millionen Menschen pro Monat nutzen WhatsApp für Einzel- oder Gruppengespräche. So können sie günstig private Nachrichten verschicken – sogar mit Fotos, Audios und Videos. Laut Schätzungen kommen weltweit eine Million Nutzer pro Tag hinzu. Im Februar 2014 hat Facebook die Anwendung für 19 Milliarden Dollar gekauft.

Besonders bei Jugendlichen in Europa ist WhatsApp sehr beliebt. Facebook könnte nun wieder mehr junge Menschen erreichen, denn in letzter Zeit haben diese immer häufiger das soziale Netzwerk verlassen. Doch wegen des hohen Kaufpreises bezweifeln Experten, dass dies Facebook am wichtigsten ist. WhatsApp zeigt keine Werbung und macht nur wenig Gewinn: Die Nutzer zahlen pro Jahr nur einen US-Dollar, das erste Jahr ist sogar kostenlos. Nach Meinung der Analysten geht es daher vor allem um den Zugang zu Daten.

In der Vergangenheit hat WhatsApp immer wieder betont, wie sehr man dort auf die Privatsphäre der Nutzer achtet. Die per WhatsApp gesendeten Nachrichten werden von den Servern gelöscht. Doch Janneke Sloëtjes von der niederländischen Initiative „Bits of Freedom“ glaubt, dass das sich nun ändern könnte. Sie sagt: „WhatsApp-Server sind künftig Facebook-Server, und es gibt nichts, das Facebook davon abhalten kann, sich dieser neuen Daten zu bedienen.“

Raegan MacDonald von der Organisation "Access" für digitale Rechte weist darauf hin, dass es in heutiger Zeit unmöglich ist, die sozialen Netzwerke zu vermeiden. Sie erklärt: „Sobald wir uns gesellschaftlich engagieren, dringen die sozialen Netzwerke in unser Leben.“ Raegan MacDonald fordert deshalb strengere Gesetze zum Schutz der Privatsphäre. Ein Anfang wird schon gemacht: Die Europäische Union überarbeitet derzeit ihre Richtlinien zum Datenschutz.


Glossar

Anwendung, -en (f.) – hier: ein spezielles Programm (z. B. für ein Mobiltelefon)

Privatsphäre, -n (f.) – der ganz persönliche Bereich im Leben, von dem man nicht möchte, dass alle ihn kennen

etwas verschicken – etwas senden

Schätzung, -en (f.) – die ungefähre Messung

soziales Netzwerk, -e (n.) – eine Internetseite, über die man mit anderen Leuten kommunizieren kann (z. B. Facebook)

etwas bezweifeln – Zweifel an etwas haben; nicht glauben, dass etwas richtig ist

Analyst, -en/Analystin, -nen – jemand, der die Vorgänge an der Börse beobachtet und beurteilt

um etwas gehen/es geht um etwas – hier: etwas ist das Ziel

Zugang (m., hier nur Singular) – hier: die Möglichkeit, etwas zu bekommen

Server, - (m.) – ein zentraler Computer, über den andere Computer ins Internet gehen können

Initiative, -n (f.) – hier: ein Verein, der sich für etwas Bestimmtes einsetzt

künftig – bald; in Zukunft

jemanden von etwas ab|halten – dafür sorgen, dass jemand etwas Bestimmtes nicht tut

digital – hier: elektronisch

auf etwas hin|weisen – auf etwas aufmerksam machen; dafür sorgen, dass etwas beachtet wird

vermeiden – hier: etwas nicht benutzen

dringen – hineinkommen

etwas über|arbeiten – hier: etwas verändern; etwas neu schreiben

Datenschutz (m., nur Singular) – die Tatsache, dass persönliche Informationen von Bürgern geheim bleiben


Fragen zum Text

1. Inwiefern könnte die Anwendung WhatsApp dem Unternehmen Facebook nutzten?
a) Facebook könnte mehr Geld verdienen, weil sehr viele Nutzer für WhatsApp bezahlen.
b) Facebook könnte seinen Ruf verbessern, weil WhatsApp immer für die Privatsphäre der Nutzer gelobt wurde.
c) Facebook bekommt durch die Nachrichten der Nutzer von WhatsApp viele Informationen über sie.

2. Was ist nicht richtig?
a) 450 Millionen Menschen benutzen WhatsApp im Monat.
b) WhatsApp ist ein soziales Netzwerk wie Facebook.
c) WhatsApp macht keinen Gewinn durch Werbung.

3. Warum sieht Sloëtjes den Kauf kritisch?
a) Facebook kann sich die Ausgaben von 19 Milliarden Dollar nicht leisten.
b) WhatsApp ist eine weitere Möglichkeit für Facebook, Daten über die Nutzer zu sammeln.
c) Sie befürchtet, dass WhatsApp bald mehr kosten wird.

4. Sloëtjes weist darauf hin, … die Facebook-Server die Nachrichten speichern.
a) das
b) dass
c) der

5. Es gibt nichts, … Facebook daran hindert, sich noch mehr Daten zu besorgen.
a) das
b) dass
c) der


Arbeitsauftrag
Wie verbreitet ist WhatsApp in eurem Land? Könntet ihr auf Facebook und WhatsApp verzichten oder würdet ihr die Speicherung eurer Daten akzeptieren und den Service weiter nutzen?

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema

Downloads