WM-Abpfiff für Schiedsrichter Felix Brych | FIFA WM 2018 in Russland | DW | 04.07.2018
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Schiedsrichter-Ansetzung

WM-Abpfiff für Schiedsrichter Felix Brych

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland ist für Felix Brych beendet. Die FIFA schickt den deutschen Schiedsrichter nach nur einem WM-Einsatz nach Hause - offenbar wegen der Proteste Serbiens gegen ihn.

Russland WM 2018 l Serbien vs Schweiz 1:0 - Gelbe Karte für Matic (Reuters/M. Bazo)

Felix Brych (r.) im WM-Spiel zwischen Serbien und der Schweiz am 22. Juni

Aus der Traum vom WM-Finale. Die FIFA schickt den deutschen Schiedsrichter Felix Brych nach nur einem Vorrunden-Einsatz bei der Fußball-WM in Russland nach Hause. Brych werde nicht mehr für die weiteren Partien in der K.o.-Runde berücksichtigt, teilte der Fußball-Weltverband mit. So wenige Einsätze hatte ein deutscher Schiedsrichter bei einer WM zuletzt vor 36 Jahren. "Der Verlauf der WM ist für mich und mein Team natürlich eine herbe Enttäuschung", sagte Brych. "Aber das Leben geht weiter, und wir kommen wieder."

Fröhlich: "Einer der besten Schiedsrichter der Welt"

Lutz Michael Fröhlich, Vorsitzender der DFB-Schiedsrichterkommission, stärkte Brych den Rücken. "Ich bin überzeugt, dass Felix professionell mit dieser Entscheidung umgehen und auch in der neuen Saison überzeugende Leistungen bei nationalen und internationalen Spielen zeigen wird", sagte Fröhlich. "Er ist weiterhin einer der besten Schiedsrichter der Welt." Brych hatte bei der WM das Vorrundenspiel zwischen der Schweiz und Serbien (2:1) geleitet und war danach wegen eines nicht gegebenen Elfmeters von serbischer Seite angefeindet worden.

Keine Chance nach Protesten Serbiens

Die wüsten Proteste des serbischen Fußballverbands kosteten ihn nun wohl die Chance, weitere WM-Spiele pfeifen zu dürfen. Der italienische Ex-Spitzenreferee Pierluigi Collina, Chef der FIFA-Schiedsrichterkommission, gilt zwar als Unterstützer und Förderer Brychs. Doch auch Collina konnte dem Weltschiedsrichter des Jahres 2017 offenbar nicht helfen.

Russland WM 2018 l Serbien vs Schweiz 1:1 (Reuters/M. Bazo)

Serben fühlten sich durch Brych benachteiligt

"Wenn du in die Kritik gerätst und sogar zu einem Politikum wirst, hast du kaum noch eine große Chance in dem Turnier", sagte Markus Merk, mit fünf Einsätzen der deutsche WM-Rekord-Schiedsrichter, der "Deutschen Presse-Agentur": "Dann nimmt die Kommission lieber einen Schiedsrichter, der in mehreren Spielen überzeugt hat und schadlos durch das Turnier gekommen ist."

Mit dem WM-Aus für Brych bleibt Rudolf Glöckner der einzige deutsche WM-Finalschiedsrichter. Der Ostdeutsche leitete 1970 bei der Weltmeisterschaft in Mexiko das Endspiel zwischen Brasilien und Italien (4:1).

sn (dpa, sid)

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