Wikileaks offenbahrt Versagen der US-Streitkräfte in Afghanistan | Fokus Amerika | DW | 26.07.2010
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Fokus Amerika

Wikileaks offenbahrt Versagen der US-Streitkräfte in Afghanistan

Geheime Militärinformationen im Internet aufgetaucht +++ Mapuches in Chile im Hungerstreik +++ Kritik an US-Militärpräsenz in Japan

Ansicht der Internet-Seite von Wikileaks.org, auf der geheime Afghanistan-Protokolle der US-Armee veröffentlicht worden sind (Foto: dpa)

Wikileaks hat geheime Afghanistan-Protokolle der US-Armee im Internet veröffentlicht

Im Internet kursiert seit dem Wochenende eine Sammlung von mehr als 90.000 Militär-Dokumenten über den Krieg in Afghanistan. Die brisanten Protokolle der US-Einheiten dokumentieren, wie schlecht der Kampf gegen die Taliban läuft. Die Berichte wurden von der Enthüllungs-Website Wikileaks veröffentlicht, die im April bereits für Schlagzeilen gesorgt hatte, als sie ein Video veröffentlichte, auf dem ein brutaler Angriff von US-Soldaten auf Zivilisten in Afghanistan gezeigt wurde. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" sowie die Zeitungen "New York Times" und "The Guardian" aus London haben die jetzt aufgetauchten Dokumente analysiert und halten sie für authentisch.

Chilenische Ureinwohner werden wie Terroristen behandelt

In Chile werden 20 Jahre nach dem Ende der Diktatur immer noch viele indigene Bürgerrechtler nach den Antiterrorismusgesetzen aus der Zeit der Pinochet-Ära vor Militärgerichten verurteilt. Das gilt vor allem für die Angehörigen des Volkes der Mapuche. Seit der Rückkehr Chiles zur Demokratie kämpfen sie für das Recht auf ihr Land und gegen die Enteignung und Vertreibung durch internationale Holz- und Stromkonzerne.

Immer wieder ist es dabei zu Besetzung von großen Ländereien gekommen, wobei auch Traktoren, Holzlager oder Strohballen in Brand gesteckt worden sind. Im vergangenen Jahr wurden bei der Räumung von besetztem Land zwei junge Mapuche von der Polizei getötet. Jetzt sind über 30 inhaftierte Bürgerrechtler in einen unbefristeten Hungerstreik getreten um gegen ungerechte Prozessführung und manipulierte Zeugenaussagen zu protestieren. Die deutsche Menschenrechtsorganisation Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ist um das Schicksal der Bürgerrechtler besorgt. "Die Lage der Mapuches in Chile ist dramatisch", so Yvonne Bangert von der GfbV gegenüber DW-WORLD.de. Die Interessen der Mapuche werden vom chilenischen Staat nicht berücksichtigt, in den Prozessen vor Militärtribunalen ist keine angemessen rechtstaatliche Verteidigung möglich, da die Richter auch anonyme, nicht überprüfbare Aussagen von Belastungszeugen zulassen. "Wir befürchten, dass die Lage der Mapuches sich unter der neuen Regierung von Sebastián Piñera weiter verschlechtern wird", so Yvonne Bangert.

Unmut über US-Militärpräsenz in Ostasien

Die US-Streitkräfte und die südkoreanische Marine haben am Montag ihr Großmanöver fortgesetzt. Dabei soll nach Angaben aus Militärkreisen das Abwehren von feindlichen U-Booten geübt werden. Das Manöver trägt den Namen "Unbezwingbarer Geist" und soll als Demonstration militärischer Stärke gegenüber Pjöngjang verstanden werden. Wie kaum anders zu erwarten fühlt sich Nordkorea durch die Übungen im Japanischen Meer provoziert und hat gar mit Krieg auf der geteilten koreanischen Halbinsel gedroht. Die militärische US-Präsenz in Ost-Asien ist für die Alliierten, wie eben Südkorea oder auch Japan, aber längst nicht mehr nur der Ausdruck einer wichtigen Sicherheitspartnerschaft - sie provoziert vielmehr zunehmend auch den Unmut der Zivilbevölkerung in der Umgebung der US-Stützpunkte - wie z. B. im japanischen Okinawa.

Redaktion/Moderation: Mirjam Gehrke

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