Wikileaks-Gründer Julian Assange muss knapp ein Jahr in Haft | Aktuell Welt | DW | 01.05.2019
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Großbritannien

Wikileaks-Gründer Julian Assange muss knapp ein Jahr in Haft

Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks ist in London wegen Verstoßes gegen seine Kautionsauflagen zu 50 Wochen Gefängnis verurteilt worden. Es dürfte nicht das einzige Urteil gegen Julian Assange bleiben.

Das Urteil fällte der Southwark Crown Court in London. Julian Assange war Anfang April festgenommen worden, nachdem er zuvor jahrelang in der Botschaft Ecuadors in London Zuflucht gefunden hatte. Noch am selben Tag hatte ihn ein britisches Gericht schuldig gesprochen, mit seiner Flucht in die Botschaft gegen die Auflagen verstoßen zu haben. Bei seiner Ankunft am Gerichtsgebäude im Londoner Stadtteil Southwark zeigte der 47-jährige Australier seine geballte Faust. Einige Demonstranten hielten Schilder mit der Aufschrift "Lasst Assange frei" hoch.

Entscheidung über Auslieferung in USA kann Jahre dauern

Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks war 2012 in die Botschaft Ecuadors in London geflohen. Zu diesem Zeitpunkt sollte er nach Schweden ausgeliefert und dort wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung und sexuellen Gewalt vor Gericht gebracht werden. Assange befürchtete, dass Schweden ihn wiederum an die USA ausliefern könnte, wo ihm wegen der von Wikileaks veröffentlichten US-Dokumente zu den Kriegen in Afghanistan und im Irak ein Prozess droht.

Die USA werfen Assange Verschwörung mit der Whistleblowerin Chelsea Manning vor, um ein Passwort eines Computernetzwerks der Regierung zu knacken. Manning hatte Wikileaks 2010 - damals noch als Bradley Manning - hunderttausende geheime Militärdokumente zukommen lassen. Es geht dabei um die US-Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan. Die US-Regierung hat deshalb einen Auslieferungsantrag gestellt,  gegen den Assange ankämpfen will. Die Entscheidung über den Auslieferungsantrag könnte sich jahrelang hinziehen.

sti/qu (afp, ap, dpa, rtr)

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