Wieviel ist der WM-Pokal eigentlich wert? | Wirtschaft | DW | 15.07.2018
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FIFA Fußball-WM

Wieviel ist der WM-Pokal eigentlich wert?

Aus fast 3,7 Kilo reinem Gold besteht der Fifa WM-Pokal, den der Sieger der Fußball-Weltmeisterschaft erhält. Deshalb lässt sich der Wert der Trophäe ziemlich leicht berechnen - zumindest in materieller Hinsicht.

Klar, ideell gesehen ist der FIFA WM-Pokal unbezahlbar. Doch noch aus einem anderen Grund ist die Trophäe ein außergewöhnliches Objekt: Sie besteht hauptsächlich aus hochkarätigem Gold. Mit einer Höhe von 36,8 Zentimeter und einem Gewicht von 6,1 Kilogramm kommt so ein schönes Sümmchen zusammen.

Zwar wiegen alleine die zwei Malachit-Halbedelstein-Kränze im Sockel 1,2 Kilogramm, die restlichen 4,9 Kilogramm bestehen jedoch zu 75 Prozent aus reinem Gold - 3,675 Kilogramm - und zu 25 Prozent aus anderen Metallen. Das sorgt für mehr Stabilität, denn reines Gold ist vergleichsweise weich.

Wertvollster Pokal aller Zeiten

Beim aktuellen Kurs von etwa 34 Euro pro Gramm (Stichtag: 13.07.2018) hat die Trophäe also einen Mindestwert von rund 125.000 Euro. Damit liegt der aktuelle WM-Pokal Wert derzeit deutlich über den Werten aller bisherigen Pokale, denn der Goldpreis war bei einer Weltmeisterschaft noch nie so hoch. Bisher hielt den Rekord als bisher teuerster Pokal aller Zeiten die Trophäe, die Deutschland als Champion in Rio am 13. Juli 2014 entgegen nehmen durfte. Knapp 116.000 Euro betrug er damals, wie es das Online-Portal "Gold.de" ausgerechnet hat. "Zum Vergleich: Beim lediglich hauchdünn beschichteten Oscar beträgt der Materialwert schätzungsweise 250 bis 350 Euro", sagt der Experte Dominik Lochmann, Geschäftsführer der ESG Edelmetall-Service GmbH.

Fußball Weltmeister 1974 Deutschland (picture-alliance/dpa/Schnoerrer)

München 1974: Franz Beckenbauer stemmt den damals erstmals verliehenen neuen WM-Pokal in die Höhe.

Bei solchen Zahlen verwundert es nicht sonderlich, dass der Pokal im Besitz des Weltfußballverbandes bleibt. In der Regel lässt sich das Original im FIFA-Museum in Zürich bestaunen. Vor einer Weltmeisterschaft geht er allerdings regelmäßig auf ausgedehnte Welttournee und dann kreuz und quer durch das jeweilige Veranstalter-Land. Die Gewinner der Weltmeisterschaft gehen mit einer vergoldeten Attrappe aus Bronze nach Hause.

Bildergalerie Wunder von Bern 1954 public viewing damals und heute (picture-alliance/dpa)

Bern 1954: Deutschlands Kapitän Fritz Walter mit dem Jules-Rimet-Pokal nach dem WM-Sieg gegen Ungarn.

Vorgänger ging nach Brasilien

Verliehen wird der heutige WM-Pokal erst seit 1974. Franz Beckenbauer, der "Kaiser" und damalige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, durfte die bekannteste Trophäe der Sportwelt als erster Weltmeister triumphal in die Höhe recken. Vier Jahre zuvor hatten gemäß der damaligen Regeln die Brasilianer die Vorgänger-Trophäe, den Jules-Rimet-Pokal, als dreifacher Weltmeister gleich ganz in Besitz genommen. Dieser Pokal wurde später übrigens zweimal geklaut. Nach dem ersten Raub tauchte er wieder auf, seit dem zweiten im Jahr 1983 ist er wohl endgültig weg - wahrscheinlich eingeschmolzen.

Silvio Gazzaniga (picture alliance/Eibner-Presse)

Der Maestro und sein Werk - Bildhauer Silvio Gazzaniga 2014 im Alter von 94 Jahren

Der heutige Pokal, der zwei die Weltkugel umfassende Fußballer darstellt, wurde 1971 vom italienischen Bildhauer Silvio Gazzaniga (gestorben 1995) entworfen und schließlich 1973 in einer Mailänder Goldschmiedewerkstatt hergestellt. Dorthin kehrt das Werk auch regelmäßig zu Restaurierungsarbeiten zurück.

Auch der aktuelle FIFA-WM-Pokal muss irgendwann ersetzt werden. Da seit 1974 der Name des Weltmeister in dessen Landessprache und die jeweilige Jahreszahl auf der Unterseite der Originaltrophäe eingraviert werden, wird der Platz für neue Einträge immer knapper - auch wenn nach der WM 2014 bereits eine neue, größere Bodenplatte gefertigt wurde.

 

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