Wieder Zusammenstöße in Nicaragua | Aktuell Amerika | DW | 17.06.2018
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Zentralamerika

Wieder Zusammenstöße in Nicaragua

Zunächst war da die gute Nachricht: Die Regierung will wieder über eine Friedensregelung verhandeln. Doch die gute Nachricht wurde schnell von neuer Gewalt überschattet.

Nicaragua Protest gegen Präsident Ortega (Reuters/O. Rivas)

Ein Brandsatz zerstörte das Haus

Bei neuen gewaltsamen Protesten gegen die Regierung sind in Nicaragua mindestens acht Menschen getötet worden. Unter den Toten waren sechs Mitglieder einer Familie, wie die Polizei mitteilte. Sie starben in der Hauptstadt Managua, als vermummte Männer einen Brandsatz in ihr Haus warfen. Zwei weitere Menschen starben bei einer Schießerei. Örtliche Medien berichteten, die Polizei habe auf Demonstranten geschossen, die Straßenblockaden bewacht hätten. Damit stieg die Zahl der Toten den Angaben zufolge seit Beginn der Massenproteste in dem mittelamerikanischen Land vor zwei Monaten auf mehr als 170.

Den Rücktritt gefordert

Die Wut der Demonstranten in Nicaragua hatte sich zunächst gegen Pläne für Rentenkürzungen gerichtet. Zwar zog Präsident Daniel Ortega diese angesichts des Widerstands schon bald wieder zurück, mittlerweile fordern die Demonstranten aber seinen Rücktritt. Der ehemalige Guerillakämpfer regiert das Land seit elf Jahren, sein jetziges Mandat endet im Januar 2022.

Nicaragua Proteste gegen Ortega (picture-alliance/AP Photo/E. Felix)

Proteste gegen Präsident Ortega

Vor den neuen Zusammenstößen hatte sich die Regierung Nicaraguas bereiterklärt, erneut einen Friedensdialog mit der zivilen Opposition aus Studenten, Unternehmen und Organisationen einzugehen. Präsident Ortega habe zugestimmt, am kommenden Freitag an den Verhandlungstisch zurückzukehren, teilte die Bischofskonferenz des lateinamerikanischen Landes mit. Das Gespräch solle dem Wunsch des Volkes nach Gerechtigkeit, Demokratisierung und Frieden entsprechen, erklärte der Weihbischof der Hauptstadt Managua, Silvio Báez.

Die zivile Oppositions-Allianz hatte zuvor für Donnerstag zu einem Generalstreik im Land aufgerufen, um den Präsidenten zu einem Ende seiner Politik zu bewegen. Der Streik soll den gesamten privaten Sektor, den Handel, Tourismus und öffentlichen sowie Güterverkehr lahmlegen. Ein erster Friedensdialog Mitte Mai war abgebrochen worden.

ml/nob (afp, ape)

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