Wieder Feuer im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos | Aktuell Europa | DW | 24.10.2016
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Proteste im Flüchtlingslager Moria

Wieder Feuer im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos

Ein weiteres Mal ist das völlig überfüllte Lager auf der griechischen Insel im Blickpunkt. Aufgebrachte Migranten aus Pakistan und Bangladesch setzten Büro-Container der EU in Brand.

Griechenland Brand im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos (Reuters/G. Moutafis)

Bereits im September hatten Flüchtlinge im Lager Moria auf Lesbos Feuer gelegt

Mehreren hundert vornehmlich pakistanischen Migranten reichte es. Aus Protest gegen die lange Wartezeit bei der Bearbeitung ihrer Asylanträge steckten sie im Lager Moria auf Lesbos Container der EU-Asylbehörde EASO in Brand. EASO-Sprecher Jean-Pierre Schembri teilte mit, einige der Flüchtlinge hätten selbstgebaute Benzinbomben geschleudert, während gleichzeitig Flüchtlinge befragt worden waren. Alle Mitarbeiter seien aus dem Lager Moria in Sicherheit gebracht worden. Feuerwehr und Bereitschaftspolizei seien jetzt vor Ort.

Griechische TV-Bilder zeigten die abgebrannten Container und dicke schwarze Rauchwolken über dem sogenannten Hotspot, dem Registrierzentrum für Flüchtlinge. Die Registrierlager vor allem auf den Inseln Lesbos und Chios sind heillos überfüllt. Allein auf Lesbos leben mittlerweile fast 6000 Flüchtlinge, wobei die Auffanglager nur eine Kapazität von 3500 Plätzen haben. Erst im September hatten Migranten im Lager Moria ein gewaltiges Feuer entfacht. 

Die Migranten wehren sich dagegen, auf Lesbos und anderen griechischen Inseln festgehalten zu werden. Sie sollen von dort gemäß dem Abkommen zwischen der EU und Ankara zurück in die Türkei geschickt werden, dürfen jedoch zuvor Asyl beantragen. Viele der Flüchtlinge müssen monatelang auf den Inseln ausharren, unter anderem auch deswegen, weil zu wenig Personal zur Bearbeitung der Anträge zur Verfügung steht. Täglich treffen weitere Ankömmlinge ein. Insgesamt leben auf fünf griechischen Ägäis-Inseln fast 16.000 Flüchtlinge - bei einer Kapazität von 8000 Unterkunftsplätzen.

se/sti (rtr, dpa)

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