Wieder erschüttert Messerattacke die Franzosen | Aktuell Europa | DW | 23.04.2021
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Frankreich

Wieder erschüttert Messerattacke die Franzosen

Eine Mitarbeiterin der Polizei wird von einem Angreifer überrascht. Dieser sticht brutal mit dem Messer zu - die Frau stirbt kurz darauf. Die Tat reißt alte Wunden auf - wieder soll ein Islamist der Täter gewesen sein.

Frankreich | tötliche Messerattacke auf Polizistin in Rambouillet

Messerattacke auf eine Polizistin in Rambouillet - die zweifache Mutter starb noch an Ort und Stelle

Nach dem tödlichen Messerangriff auf eine Polizei-Angestellte in Frankreich hat Ministerpräsident Jean Castex von einem Terrorangriff gesprochen. Der Vorfall fand in einem Polizeirevier in Rambouillet gut 60 Kilometer südwestlich von Paris statt. Aus Sicherheitskreisen verlautete, ein Mann habe einer 49-jährigen Verwaltungsangestellten in die Kehle gestochen. Die Mutter zweier Kinder erlag kurze Zeit später ihren schweren Verletzungen

Bislang nicht auffällig

Der Täter sei von Polizeibeamten erschossen worden. In Justizkreisen hieß es, der Mann habe "Allahu Akbar" ("Gott ist am größten") gerufen. Den Insidern zufolge war er tunesischer Staatsbürger, er hielt sich legal in Frankreich auf, hatte keine Vorstrafen und war den Sicherheitsbehörden nicht bekannt.

Frankreich | tötliche Messerattacke auf Polizistin in Rambouillet | Castex und Darmanin

Premier Castex (r.) und Innenminister Darmanin eilten sofort nach Rambouillet

Am Freitagabend hieß es aus Justizkreisen, dass im Rahmen der Ermittlungen drei Menschen festgenommen worden seien. Sie gehörten demnach zum Umfeld des Angreifers. Den Angaben zufolge durchsuchten Beamte auch die Wohnung des Angreifers in Rambouillet. 

"Frankreich hat in einer barbarischen Geste unendlicher Feigheit eine seiner Heldinnen des Alltags verloren", sagte Castex, der kurz nach den ersten Meldungen über den Vorfall am Tatort eintraf. Präsident Emmanuel Macron schrieb auf Twitter: "Wir werden dem Terrorismus nie nachgeben." In Frankreich finden im kommenden Jahr Präsidentenwahlen statt. Dabei dürften die Themen Sicherheit, religiöser Extremismus und die Frage der französischen Identität eine wichtige Rolle spielen.

Die Präsidentin der Pariser Großraumregion Ile de France, Valérie Pécresse, sagte dem Fernsehsender BFM-TV, es gebe weiter eine "starke Bedrohung" gegen Polizisten in Frankreich. Polizisten und Soldaten waren in den vergangenen Jahren immer wieder Ziel islamistischer Angriffe. Die Polizeigewerkschaft Alliance schrieb auf Twitter: "Erneut hat der Horror die Ordnungskräfte getroffen."

Traurige Kette vieler Anschläge

In den vergangenen Jahren kam es in Frankreich wiederholt zu tödlichen Anschlägen mit einem islamistischen Hintergrund. Dabei starben etwa 250 Menschen. Im Département Yvelines, in dem Rambouillet liegt, wurde im Oktober 2020 der Lehrer Samuel Paty von einem 18-jährigen Islamisten auf der Straße enthauptet, weil er Mohammed-Karikaturen im Unterricht gezeigt hatte. Wenig später tötete ein mit einem Messer bewaffneter Tunesier drei Menschen in einer Kirche in Nizza. Dabei soll er "Allahu Akbar" gerufen haben.

haz/uh/kle (rtr, dpa, afp)

 

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