Wieder Deutscher in der Türkei zu Haftstrafe verurteilt | Aktuell Europa | DW | 14.09.2018
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Justiz

Wieder Deutscher in der Türkei zu Haftstrafe verurteilt

Das Muster ist bekannt. Auch diesmal lautet der Vorwurf gegen einen deutschen Staatsbürger: "Verbreitung von Terrorpropaganda". Der Mann soll sich in sozialen Medien geäußert haben.

In der Türkei ist ein deutscher Staatsbürger zu drei Jahren und eineinhalb Monaten Gefängnis verurteilt worden. Das bestätigte sein Anwalt der Deutschen Presse-Agentur. Er kündigte an, gegen das Urteil Berufung einzulegen.

Zuvor hatte der Rechercheverbund aus NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" über den Fall berichtet. Demnach handelt es sich um den Hamburger Taxifahrer Ilhami A. Er sei schuldig befunden worden, in sozialen Medien Propaganda für eine Terrororganisation verbreitet zu haben.

Noch frei - aber nur in der Türkei

Laut dem Medienbericht wurde die Strafe zunächst ausgesetzt. Der 46-Jährige konnte also die Haftanstalt verlassen, doch darf er nicht aus der Türkei ausreisen.

Der Rechercheverbund hatte Mitte August berichtet, dass Ilhami A. bei einem Besuch seiner Mutter in seinem Heimatdorf Saribasak festgenommen worden sei, nachdem er sich auf Facebook kritisch zur türkischen Regierung geäußert hatte.

Überraschend schnell vor Gericht

Die Verurteilung von Ilhami A. erfolgte ungewöhnlich schnell, da Verdächtige in der Türkei oft monatelang in Untersuchungshaft sitzen, bevor Anklage erhoben wird. Das Auswärtige Amt hatte unlängst mitgeteilt, noch sechs Deutsche säßen aus politischen Gründen in türkischen Gefängnissen ein. Ihre Inhaftierung belastet seit Jahren das deutsch-türkische Verhältnis.

jj/stu (dpa, afp)

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