Wieder Ausreisesperre für Deutsche in Türkei | Aktuell Europa | DW | 25.05.2019
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Repression

Wieder Ausreisesperre für Deutsche in Türkei

Betroffen ist die Tochter der Kölner Sängerin Hozan Cane. Sie war im November 2018 wegen Terrorvorwürfen zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Die Familie hat kurdische Wurzeln.

Türkei Explosion am Sabiha Gökcen Flughafen Istanbul (picture-alliance/AA/A.H. Yaman)

Der Istanbuler Flughafen Sabiha Gökcen ist der drittgrößte der Türkei (Archivbild)

Als die Tochter ihre in der Türkei inhaftierte Mutter besuchen wollte, wurde sie bei der Einreise am Flughafen Sabiha Gökcen in Istanbul am späten Freitagnachmitag festgenommen. Mittlerweile sei sie wieder frei, sie dürfe das Land aber nicht verlassen, sagte ihre Anwältin Newroz Akalin.

Vorwürfe reichen zurück in das Jahr 2012

Grund für die vorübergehende Festnahme sei eine Protestaktion in Köln, an der die Tochter von Hozan Cane im Jahr 2012 teilgenommen haben soll, sagte Akalin. An der Kundgebung sei eine Gruppe beteiligt gewesen, die als PKK-nah gelte. Die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK gilt in der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation.

Hozan Cane (privat)

Ein Bild aus besseren Tagen - Hozan Cane vor ihrer Inhaftierung in der Türkei

Hozan Cane war Ende Juni 2018 kurz vor den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Edirne festgenommen worden. Sie hatte dort eine Wahlkampfveranstaltung der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP unterstützt. Die Anklage beruht unter anderem auf Inhalten, die die Sängerin zwischen 2014 und 2018 auf ihrem Facebook- und Twitter-Profil geteilt haben soll. Sie selbst hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Die Liste der Festgenommenen ist lang

In der Türkei werden immer wieder auch Ausländer wegen Inhalten in den sozialen Medien festgenommen. 2017 hatte eine Reihe von Festnahmen deutscher Staatsbürger in der Türkei eine schwere Krise zwischen Berlin und Ankara ausgelöst. Prominente Fälle sind die des "Welt"-Reporters Deniz Yücel, der Übersetzerin und Journalistin Mesale Tolu und des Menschenrechtlers Peter Steudtner. Sie durften mittlerweile ausreisen. Ihre Prozesse gehen aber weiter.

Der Kölner Sozialarbeiter Adil Demirci, der ebenfalls wegen Terrorvorwürfen angeklagt ist, muss weiter in der Türkei bleiben, während sein Prozess fortgesetzt wird.

haz/wa (dpa, ard)

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