Wie gefährlich sind Buschbrände und Vulkanasche für die Lunge? | Wissen & Umwelt | DW | 13.01.2020
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Schadstoffe

Wie gefährlich sind Buschbrände und Vulkanasche für die Lunge?

Schützen Atemmasken vor dem beißenden Rauch der Buschfeuer in Australien oder vor dem Ascheregen auf den Philippinen? Wie reagiert der Körper auf die Partikel und wer ist besonders gefährdet?

Vulkanasche besteht meist aus festen, nur wenige Millimeter großen kristallinen Gesteins- und Glaspartikeln, die bei der Zerteilung von Magma entstehen. Zudem setzen die Eruptionen Unmengen an Kohlen- und Schwefeldioxid frei, die sich gemeinsam mit dem Staub zu dichten schwarzen Rauchwolken verdichten. 

Aschestaub kann einen trockenen Reizhusten auslösen, man bekommt schlecht Luft, die Augen tränen und sind gerötet, die Nase juckt und durch die Staubpartikel muss man häufig niesen.

Philippinen | Ausbruch Vulkan Taal (Getty Images/E. Acayan)

Vulkanasche besteht aus kleinen, kristallinen Gesteins- und Glaspartikeln

Je kleiner, desto gefährlicher

Je kleiner die freigesetzten Teilchen sind, desto gesundheitsschädlicher ist die Asche. Größere Partikel können beim Einatmen zwar einen Husten hervorrufen, doch gelangen sie nicht weiter in das Innere des Körpers, weil sie vorher von der Schleimhaut abgefangen werden.

Kleinere Partikel können in die Bronchien gelangen. Von dort werden sie durch die kleinen Härchen, dem sogenannten Flimmerepithel, wieder nach oben befördert und ausgehustet. Kleinstpartikel unter 4 Mikrometer könnten allerdings tief in die Aveolen (Lungenbläschen) eindringen und die Lunge nachhaltig schädigen.

Aufpassen müssen vor allem Menschen mit Lungenproblemen oder Asthmatiker. Schwere Schädigungen bei gesunden Erwachsenen sind jedoch nicht zu erwarten. Man sollte sich allerdings nach Möglichkeit wenig im Freien aufhalten und wenn eine Atemschutzmaske tragen. 

Buschbrände in Australien (picture-alliance/dpa/AAP/S. Saphore)

Der beißende Rauch macht vielen Australiern zu schaffen

Rauch und Hitze in Australien sind laut Berliner Lungenarzt "immense Gefährdung"

Auch die durch die Buschbrände in Australien verpestet Luft ist nach Angaben der Gesundheitsbehörden zum Teil bedrohlich schlecht. Der beißende Rauch reizt vor allem die oberen und unteren Atemwege. "Die Schleimhäute können akut gereizt werden, weil im Rauch hohe Feinstaubkonzentrationen und giftige Gase enthalten sind", so der Lungenspezialist Leif Sander von der Charité in Berlin. Die Patienten litten an Husten und eventuell Atemnot, hätten eine laufende Nase und tränende Augen. Je nachdem wie intensiv der Brand und wie nah die Menschen dran sind, könne es auch zu Rauchgasvergiftungen kommen.

Als besonders gefährlich beurteilt der Berliner Mediziner Feinstaubpartikel mit einer Größe unter 2,5 Mikrometer: Diese könnten bis in die Lungenbläschen gelangen und womöglich auch ins Blut übertreten und langfristige Schäden hervorrufen.

Aus Regionen der Welt, wo noch viel auf offenem Feuer gekocht wird, sei bekannt, dass die Menschen dort ähnliche Erkrankungen bekommen wie zum Beispiel Menschen, die sehr hohen Verkehrsbelastungen ausgesetzt sind oder die Zigaretten rauchen. 

BG Waldbrände in Australien | Protest (AFP/S. Khan)

Besonders gefährlich sind Feinstaubpartikel mit einer Größe unter 2,5 Mikrometer

Risiko für Schwangere, Kleinkinder und Asthmatiker

Bei gesunden Erwachsenen gehe man davon aus, dass sich die Lunge nach einer akuten Rauchbelastung über die Zeit wieder regenerieren könne, sagte der Experte. "Schwangeren und Menschen mit Kleinkindern würde ich empfehlen, falls möglich, sich ganz aus dem Gebiet zu entfernen", sagte Sander. Erwachsene, besonders jene mit chronischen Lungenerkrankungen, sollten am besten spezielle Atemschutzmasken tragen, die vor Feinstaub schützen.

Asthmatiker könnten etwa Asthma-Attacken mit Atemnot bekommen. Ebenfalls gefährdet in solchen Situationen seien Patienten COPD oder Lungenfibrose, aber auch Patienten mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Neben dem Rauch mache auch die extreme Hitze den Menschen in Australien zu schaffen. Rauch plus Hitze sei "eine immense gesundheitliche Gefährdung", so Sander. "Extremtemperaturen sind eine zusätzliche Belastung, vor allem für chronisch kranke Patienten."

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